Das Miteinander, wie ich es mir vorstelle

…ich habe mal wieder was Schönes von Elisabeth Rank gefunden.

Vielleicht beschreibt es genau das, wie ich mir das Miteinander vorstelle.

Und das ist nicht so, wie sich andere Menschen das vorstelle. Ich bin schon viel „alleine in der Beziehung“. Nicht, weil ich dazu gezwungen werde, sondern dass ich es genauso will.

 

Mit der Zeit lernt man, Abstände einzuschätzen zwischen hier und dort, dem einen und dem anderen, dir und mir. Wir schauen einander an und wissen, da ist noch eine ganze Menge Platz und das wird weniger mit der Zeit, wir sehen einander an und wissen, dazwischen liegt eine ganze Menge Holz und das geht nicht weg. Manchmal, wenn wir Zeit mit dem ganzen Rest verbringen, sehen wir herüber, kurz nur und meistens unbewußt, um uns zu vergewissern. Bist du noch? Ich bin noch da. Wie weit bist du fort? Du kannst mich sehen. Und manchmal zieht ein Nebel auf, den man erst wahrnimmt, dass man einander kaum noch sieht. Und manchmal geht das ganz schnell, weil sich Mauern bauen, wo man sie oft nicht vermuten würde. Manchmal stubst die Nasenspitze plötzlich eine andere Nasenspitze an, wo man eigentlich sonst nichts außer Wind und Weite vermutet hätte. Und hin und wieder fasst man ins Leere dort, wo eigentlich seit Jahren etwas war. Irgendwann einmal hat uns jemand einen Zollstock geschenkt und auf die Seite den eigenen Namen mit Kugelschreiber geschrieben. Irgendwann einmal stellten wir fest, dass wir tatsächlich ein Maßband besitzen. Aber meistens peilen wir nur über den Daumen, meistens haben wir keine Ahnung davon, wie weit es wirklich ist, nur wie es sich anfühlt, und am Ende ist nicht wichtig, wie viele Schritte du gehen musst, sondern wie lange es dauert, sie zu gehen, um sich zu begegnen. Es geht nicht darum, die Schnur straff sondern darum sie fest zu halten.

Elisabeth Rank

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