Für Felix

So ist das auch ein bisschen, wenn man Veränderungen macht. Wenn sie nicht einfach passieren, sondern man sich hinstellt und die Augenbrauen zusammenzieht und sagt: Ich habe Angst, aber ich mach das jetzt, ich habe Angst, aber das muss sein, ich habe Angst, aber irgendwann werde ich keine Angst mehr haben. Dann macht man auch die Tür zu und lässt den Motor an und fummelt sich zurecht, weil man noch Sitze einstellen muss und Musik aussuchen und sich ein bisschen anfreunden mit dem Brummeln und überhaupt muss man natürlich gucken, wo man hin will, wo es da eigentlich lang geht, wie die Strecke verläuft und welche Teile man mit dem Bauchgefühl bestreiten kann und wo man sich dann doch besser an die Karte hält. Eine kleine Zeitabschätzung und den Proviant in Armlänge zurecht legen, damit man nicht anhalten muss, weil man Hunger hat sondern nur wenn man gucken will. Wenn man dann sitzt und merkt, dass man noch nicht Tschüß gesagt hat, ist es auch blöd wieder auszusteigen und dann herumzustehen, und wenn man winkt, weiß man ja auch nicht, ob das jemand sieht, das Fenster herunterkurbeln und den Arm rausstrecken, es ist ja auch nicht sicher, ob man das schon packt, einhändig fahren, und überhaupt. Manchmal ist einfach losfahren das Beste, erst einmal wirklich los, sich nicht mehr umdrehen, erst einmal nicht, und sich damit auch nicht die Frage beantworten, ob einem hinterher gesehen wurde, sie sich nicht einmal stellen, weil es keinen Unterschied macht.

Von unterwegs dann Postkarten schreiben, echte Postkarten mit Briefmarken und Stempeln und Handschrift und ein paar Schlieren vom Handrücken, echte Postkarten mit umgeknickten Ecken, solche, die ein bisschen brauchen und nicht sofort ankommen, von unterwegs dann, das ist wie sich umdrehen, aber mit Bedacht.

 

Elisabeth Rank

 

Und weisst du was?
Es gibt Dinge, die ändern sich nicht. So wie wir.

 


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