Hören & Lesen: Verzeihen

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Das ist wirklich ein neues Thema für mich: Verzeihen

Ich gebe es zu: Ich bin sensibel.
So unglaublich sensibel, dass ich nicht schlafen kann, wenn mir etwas auf der Seele liegt.

Ich habe immer die Erfahrung gemacht, dass jeder, der mich genauer kennt, mich bei gewissen Themen mit Samthandschuhen anfasst und dass es dann auch das einzige ist, wie ich behandelt werden will.

Aber das funktioniert irgendwie nicht immer. Oder nicht mehr. Ich weiss es nicht.

Das schlimme an mir ist diese gewisse Sache, dass ich sensibel und nachtragend bin. Und ich kann sehr schlecht bis gar nicht verzeihen. Ich weiss, dass das keine Tugend ist. Aber so bin ich.

Es gibt Menschen, die mir bestimmt Sachen nicht sagen, weil sie denken, ich würde sofort ausflippen. Und dann – im Nachhinein bin ich böse, weil ich das Gefühl habe, mir wurde etwas verschwiegen oder  – im schlimmsten Fall – angelogen.

Und dann haben wir den Salat.

Vor kurzer Zeit ist genau diese Situation eingetreten.
Und ich war wütend. und enttäuscht. Und sauer. Richtig, richtig sauer.

Meine Mama hat mir als Kind schon Lügen ausgetrieben.

Das das so aus:

Mama: „Nora, lügst du gerade?“
Nora: schüttelt den Kopf
Mama: „Nora, du weisst, ich kann sehen, wenn du lügst. Lass mal deine Nase fühlen. Die ist sicher ganz warm und dann weiss ich, dass du lügst.“
Nora: dreht den Kopf weg, dass Mama nicht an der Nase fühlen kann
Mama: „Nora!“
Nora: „Tschuldigung, Mama.“

Ja, meine Mama wusste immer alles. Ich weiss nicht, wie Mütter das machen ;)

Also auf jeden Fall KONNTE ich mein ganzes Leben nicht lügen (zumindest nicht, ohne man das nicht sofort gesehen hat ;)) und ich bin immer besonders fassungslos, wenn man mich anlügt.

Ich habe oft mit meiner Mutter über dieses Thema gesprochen und wir waren uns einig: Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, und wenn er auch die Wahrheit spricht.

Aber nun zurück zum Thema: Ich wurde also angelogen und war böse. Es war, als würde ein böser, dicker, schwarzer Elefant neben mir herlaufen. (;))

Das lustige an der ganzen Sache war aber, dass ich mir darüber sehr sehr viele Gedanken gemacht habe und mir selber eingestanden habe, dass das viel zu viel Energie raubt. Ich habe eigentlich besseres zu tun als sauer zu sein. Und ich mag das einfach auch nicht.

Und dann habe ich mir einen Ruck gegeben.

Es gab ein Gespräch, ich habe mir das „Warum“ der Lüge anhört und eine Entschuldigung angenommen.

Einfach so. Und ich fühle mich besser :)

Vielleicht gibt es nicht nur Schwarz und Weiss. Vielleicht liegt noch unglaublich viel dazwischen, was man erst sieht, wenn es einem erklärt wird.

Und vielleicht kann man mit 28 noch soche existenziellen Sachen dazulernen.

 

Habt einen schönen Freitag :)

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