Lieber Johann,

in genau 4 Tagen wirst du neun Jahre alt.

Ich kann es immer noch nicht fassen, dass du schon so groß bist. Wenn das weiter so geht, kann ich in ein paar Monaten deine Schuhe tragen und noch ein paar Monate später deine Anziehsachen.

Ich bin manchmal fassungslos, wie ich es geschafft habe, einen Menschen neun Jahre am Leben erhalten zu haben, bin ich doch die unorganisierteste Mama der Welt.

Und wenn ich ehrlich bin, es kommt mir nicht wie neun Jahre vor, für mich bist du immer noch so groß:

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Kein Tinder-Date oder auch: Warum Silvester 2019 so schön war.

Für Stefan.

Wie jeder weiss, der meinen Blog etwas länger gelesen hat, hasse ich Silvester wie die Pest. Jeder Mensch auf der Welt hofft auf einen Neustart, ein neues, unbenutztes Jahr, als ob sich irgendetwas ändert wenn die Uhr auf 00.00h umspringt, wenn man sich nicht selber ändert.

Im November 2019 hatte ich mich von Felix getrennt, Weihnachten hatte ich auf die beschissenste Art und Weise hinter mich gebracht und nun kam auch noch Silvester auf mich zu.

Mein damaliger „Freund“ war sich nicht sicher, ob er mein Freund sein wollte, das war ein ständiges Auf- und Ab – aber ich hätte mit ihm feiern können, hätte ich gewollt. Aber wir waren halt nicht zusammen. Weil er nicht wollte. Und auch ein bisschen doof war.

Zwischen den Tagen saß ich mit meiner Freundin in der Disko meines Vertrauens und sie meinte „Ey, du willst doch wirklich nicht mit dem Vollarsch Silvester verbringen, da wirst du nur depressiv.“ Eine Minute später hatte ich ihm eine SMS geschrieben und ihm abgesagt. Der Plan war fernzusehen, das kann man auch schließlich gut alleine.
Drei weitere Minuten später hatte ich mich auf eine große Silvesterparty, die mein bester Freund mitorganisierte, eingeladen.

Ab da wurde es wirklich traurig. Johann war bei seinen Großeltern, ich war das erste mal in meinem Leben auf mich gestellt und sehr, sehr schlecht gelaunt und hatte auch dezenten Liebeskummer wegen „meinem Freund“ , der nicht mein Freund war, weil er nicht wollte – und wie sich wahrscheinlich alle denken, ist „dieser Freund“ auch der, der mich später noch sehr lange begleiten sollte. Ich hätte die rote Flagge sehen soll, aber durch meine rosarote Brille habe ich so ziemlich gar nichts gesehen.

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All the little Lights

Wer mich kennt weiß, dass Passenger einer meiner absoluten Lieblingsmusiker ist. Und der oben erwähnte Song ist der beste von ihm. Meiner Meinung nach. 

In dem Song geht es darum, dass wir alle mit ganz vielen Lichtern im Herzen geboren werden. Sie zeigen uns den Weg.

Diese Lichter können erlöschen oder brennen für immer an einem bestimmten Ort in unserer Erinnerung. 

Ich denke, das erste Licht erlischt, wenn wir als Kind erkennen, dass Mama und Papa nicht unfehlbar sind. Oder wenn wir erkennen, dass es den Osterhasen oder das Christkind/den Weihnachtsmann nicht wirklich gibt.

Und dann gibt es Lichter, die für immer an den Orten brennen, die wir mit Situation, oder Menschen verbinden, die uns für immer wichtig sind. 

Eins der ganz hellen Lichter brennt in der Toskana, der Ort, an dem meine Seele zuhause ist, an den ich mich immer sehne, der einzige Ort, an dem ich glaube, zur Ruhe kommen zu können. Oder in Holland. Hier ist mein Herz zuhause. Wenn ich es mir aussuchen könnte, würde ich für immer hier sein. Inklusive der Nordsee meine große Liebe.

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