Lieber Johann,

so lange habe ich dir nicht mehr hier geschrieben. Jetzt bist du 7 Jahre alt und schon so so groß.

Seit ein paar Wochen bist du Brillenträger, schmierst dir selber Butterbrote und bist super selbstständig geworden. Dass du das liebste Kind bist, was ich mir wünschen kann, muss ich nicht extra erwähnen, denke ich.

Du hast dein erstes Zeugnis bekommen und die erste Klasse wirklich hervorragend beendet.

Zu deinem Geburtstag hast du dir nichts sehnlicher gewünscht als ein kleines Babykätzchen und diesen Gefallen hat dir Rosie getan und nun hast ein eigenes Kätzchen, Lea, das du abgöttisch liebst mit ihren 3 Wochen. Du bist so lieb zu den Tieren hier und das macht mich wirklich stolz.

Durch die Corona-Zeit hatten wir wirklich viel Zeit miteinander und diese Zeit hat uns beiden nach der Trennung sehr gut getan.

Ich weiß, es ist für dich schwer, dass dein Papa nicht mehr da ist und du ihn nur so selten sehen kannst, aber glaub mir: ich gebe mein Bestes, dass das trotzdem alles weiterhin gut läuft. Keiner von uns beiden will etwas anderes als dein Bestes.

Ich weiß, du hast Mama jetzt oft traurig und verzweifelt gesehen, aber ich verspreche dir, auch das wird enden. Eine Trennung nach so langer Zeit ist nicht schön und auch, wenn ich es war, die gegangen ist, ist es trotzdem nicht leicht.

So viele Dinge sind ganz neu für dich und du tust dich mit vielem sehr schwer, das verstehe ich sehr, denn auch mir geht es so. Ich bin jedoch froh, dass du endlich den Mut gefunden hast, mit mir darüber zu reden und nicht, so verschlossen wie du bist, alles mit dir auszumachen.

Glaub mir, mein Lieber, ich werde immer immer immer für dich da sein und ich werde, egal wie alt du bist, immer auf dich aufpassen und schauen dass es dir gut geht mit allen neuen Situationen, die kommen werden.

Wir werden jetzt erst einmal unseren Urlaub genießen mit Filmabenden, Nächten mit dem Teleskop, späten Spaziergängen und Besuchen im Schwimmbad.

Du und ich, wir machen uns eine schöne Zeit, denn du und ich, wir sind nun die kleinste Familie der Welt.

Wenn du das irgendwann einmal lesen wirst, sage ich dir, es tut mir leid, wie das alles lief. Ich weiß nicht, ob ich alles richtig mache, aber glaub mir, ich versuche es gut zu machen und wenn das nicht reicht, dann versuch ich es besser zu machen.
Manchmal tun Erwachsene Dinge für sich und nicht gegen ihre Kinder und auch wenn wir jetzt schon darüber reden wirst du eines Tages so groß sein, dass du das auch richtig verstehen kannst.

Ich liebe dich viel mehr, als du mir jemals glauben kannst.

1000000000 Küsschen,

deine Mama

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Bye, bye Arbeitszimmer – und warum mancher Abschied ein neuer Anfang ist.

In letzter Zeit muss ich mich von vielen Dingen verabschieden. So ist das bei Trennungen.
Ich bleibe zwar in der Wohnung leben mit Johann, allerdings werden die Arbeits- und das Gästezimmer aufgegeben. Meinen letzten Kinder-Kreativkurs habe ich am Montag gehabt, ab jetzt beginnt der Umzug.

Wir haben zum Abschluss mit Acrylfarbe gemalt, das mögen die Kinder ziemlich gerne.

Die Zeit, einen Raum zu haben, wo man Dinge liegen lassen kann, war sehr sehr entspannt und schön. Nun wir alles etwas kleiner und enger, allerdings heißt das für mich weder, dass ich aufhöre mit den Kinderkursen aufhören werde noch mit meinem Hobby, denn nun bin ich einfach immer “näher dran”, kann beim nähen meinem Sohn beim Schlafen zuhören und fern sehen. Es gibt immer etwas Positives (ausser diese riesigen Regale auseinander zu bauen und unten wieder aufzubauen).

Witzigerweise stand dieses Regal einmal genau an dieser Stelle, vor Jahren.
Also, hier ein kleiner Throwback.

Da gab es noch die alte Couch, die dann ersetzt wurde.

Tatsächlich wird sie jetzt noch einmal ausgetauscht, denn ich werde sie nicht behalten. Jetzt darf ich es ja offen aussprechen: Ich mochte diese Farbe in meiner Wohnung nicht.
Dafür behalte ich aber den Teppich. Wie gesagt, alles wird nun etwas bunter ;)

In einer oder zwei Wochen kann ich das Bild noch einmal mit der neuen Couch machen. Und zwar wird es die werden, die ich mir damals schon ausgesucht habe, allerdings war Felix nicht ganz so angetan von ihr, wie ich.

Ab heute Nachmittag beginnt das große Packen, auseinander bauen und schleppen. Gott sei dank habe ich mein kleines fleißiges Helferlein.

Auf das Chaos, was dann sicherlich erst einmal herrscht, freue ich mich nicht, aber das muss ich nun wohl noch ein paar Wochen ertragen.

Soweit der Plan, hoffentlich wird es einigermaßen schön unten werden, ein Arbeitszimmer im Wohnbereich kann ja auch sehr gemütlich sein.

xoxo, Nora.

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Die kleinste Familie.

So lange war es so still auf dem Blog und das war ziemlich schade, denn im Dezember hatte ich noch den Award als “Top-Familienblog” bekommen, der mir einige Besucher beschwert hat.

Eigentlich ist diese Auszeichnung ein guter Start in das Thema und die Erklärung für meine lange Abstinenz, denn eine “Top-Familie”, wie man sie sich vorstellt, sind wir seit November nicht mehr.

Also ich gehe davon aus, dass wir beide, Felix und ich, immer noch sehr gute Eltern sind, allerdings nicht mehr zusammen.
Jeder für sich ist nun mit Johann die kleinste Familie.

Warum wir uns getrennt haben ist eine lange Geschichte mit vielen Facetten und aus mehreren Gründen. Aber es ist meine persönliche Geschichte.

Unserem Sohn haben wir von der Trennung erst letzten Freitag erzählt und wider Erwarten hat er es ziemlich gut aufgenommen – vorerst. Wir haben uns ziemlich lange auf das Gespräch vorbereitet und dann war es doch ganz anders, als gedacht und mein Sohn hat mich mit seiner positiven Art mal wieder umgehauen. Natürlich – da muss man sich nichts vormachen –gab es Tränen und Fragen, aber ich bin mir sicher, die Aussage ist bei ihm angekommen und er hat verstanden, worum es hier geht.

Dieser Artikel soll eine kleine Erklärung sein für all die Ruhe hier. Aber manchmal muss man erst das Chaos um sich herum ein wenig lichten, bevor man die Aussenwelt daran teilhaben lassen kann.

Wahrscheinlich wird der Blog nun eine andere Richtung einschlagen, in erster Linie gibt es ein komplettes Wohnungs-Makeover, was gerade viel Arbeit ist, viel Nerven kostet und noch mehr Geld, aber ich kann es mir nun machen, wie ich es haben möchte.
Ich kann eins direkt vorweg nehmen: Es wird bunt, wie immer bei mir.
Aber durch einen Schlag sind die Ladies in dieser Wohnung in der Überzahl und in gewissen Räumen gefällt mir ein wenig mehr weiblicher Touch ganz gut.

Die Kamera ist geladen und ich werde mich durch das Chaos sortieren, ausmisten und fotografieren.

Und wenn das interessiert, werde ich das gerne teilen.

xoxo, Nora.

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