Henriette

Hallo und einen wunderschönen guten Abend. Seit einiger Zeit lebt in meinem Arbeitszimmer ein kleines Puppenmädchen. Und ja, wir erziehen Johann offen für alles, aber die Puppe ist nicht für ihn, sondern seine Freundin, die am Mittwoch Geburtstag hat.

Vor einiger Zeit hatte ich ihr einmal ein Kleid genäht und Gott sei Dank ist ein wenig Stoff über geblieben, so dass Puppenkind und Puppenmama nun im Partnerlook gehen können.

So, viel Gerede, aber nun möchte ich sie einmal zeigen. Darf ich vorstellen: Henriette (zumindest hat mein Sohn sie so genannt, natürlich das das Geburtstagskind das selber entscheiden.

Ich sage mal so. Eine Puppe zu nähen ist eine Erfahrung, die habe ich nun gemacht – aber man muss ja nicht jede Erfahrung doppelt machen. Es gibt einfach Dinge, die mir einfacher von der Hand gehen als Puppen zu nähen.

Hier sieht man mal die Fülle an Haaren. Henriette lässt viele Frauen vor Neid erblassen mit ihrer Pracht ;)

Da auch wir langsam aber sicher auf den Zug aufspringen, wenig neu zu kaufen, war ich sehr froh, dass ich alle Materialien im Haus hatte. Die Haare sind aus Wolle, die von einem Häkelprojekt übrig waren, der Stoff für den Körper war eigentlich eine Saugeinlage, auf der Rückseite hatte er aber genau die richtige Struktur, die ich auch wollte und die ich mir vorgestellt habe.

Das Schleifchen habe ich noch in meiner “besonderen Kiste” gefunden und macht das Kleid noch ein wenig süßer.

Unten habe ich noch eine Bordüre angenäht.

Die Puppenmama wird 3 Jahre alt und damit sie das Kleidchen einfach öffnen und ausziehen kann, sind hinten Knöpfe mit Knopflöchern aufgenäht.

Augen und Mund habe ich mit Stickgarn aufgenäht.

So und nun hoffe ich sehr, dass sich das Geburtstagskind freut, wenn Johann das Päckchen übergeben wird.

Ich für meinen Teil mache es mir nun gemütlich nachdem ich den halben Tag im Arbeitszimmer verbracht habe um dem morgigen Kurs vorzubereiten.

Was habt ihr heute Abend noch vor?

xoxo, nora.

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Warme Grüße aus dem Kreativzimmer

Hallo! Nachdem mich Facebook daran erinnert hat, dass ich schon lange nicht mehr gebloggt habe (komisch, in meiner schreibfaulen Phase war auch Facebook sehr erinnerungsfaul), habe ich heute mal wieder den Kinder-Kreativ-Kurs mit der Kamera begleitet.

Das heutige Thema war: Große Dinkel-Kissen.

Ich selber liebe es, an kalten Wintertagen mein Kirschkern-Kissen an die Füße zu legen. Unbezahlbare Gemütlichkeit!

Für die Kissen habe ich mein heißbeliebtes altes Leinen angeschnitten und mich am letzten Samstag in mein Arbeitszimmer zurückgezogen und genäht – das Nähen der Bezüge traue ich den Kleinen nämlich noch nicht zu.

Dafür haben sie aber den Rest gemacht. Den Dinkel selber eingefüllt und die letzte Naht geschlossen.

Ich hatte die Innenkissen so genäht, dass sie 4 Fächer haben, damit der Dinkel sich gleichmäßig verteilt und es nicht einen “dicken Bollen” gibt.

Als Hilfe zum Einfüllen habe ich das Gefäß benutzt, was immer bei Bügeleisen dabei ist.

Bemalt haben die Kinder ihre Bezüge natürlich auch, dieses mal mit Textilfarbe.

In den Bezug habe ich Papier gelegt, damit es auf der Rückseite nicht durchdrückt.

Da es in letzter Zeit immer ziemlich bunt wurde, habe ich den Kindern geraten, sich vielleicht vorher ein Farbkonzept zu überlegen. Das hat bei manchen mehr, bei manchen weniger gut geklappt.

Weil das Auswaschen der Pinsel zwar schon viel besser klappt, aber noch nicht ganz einhundertprozentig habe ich die Farbe in Mischpaletten umgefüllt.

Als alles fertig war habe ich die Bezüge gebügelt und die Kinder haben ihre Dinkel-Kissen bezogen.

Hier sind die fertigen Werke. Ich liebe es, wie stolz die Kinder auf ihre Sachen sind. Johanns ist übrigens das unten rechts und liegt schon bei uns auf der Heizung, damit er gleich im Bett ganz warme Füßchen hat :)

Das war mitunter die schönste Stunde mit den Kindern. Dieses Projekt hat wirklich sehr viel Spaß gemacht und es war total entspannt, wie die Kleinen sich Geschichten erzählen oder auch total versunken vor sich Hinwerkeln.

Ich hatte überlegt, Sets aus dem Bastelkurs in meinen Shop zu stellen, vielleicht hat ja der ein oder andere Lust, mal ein paar Sachen nachzumachen.

Aber für heute reicht es und ich begebe mich langsam Richtung Bett, ich höre es nämlich schon ganz schön laut rufen ;)

xoxo, nora.

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Mein einziges Kind.

Heute geht es mal wieder um ein wenig Mamakram. Also alle, die jetzt irgendetwas Kreatives seien vorgewarnt!

Und heute geht es um ein Thema, über das ich immer mal wieder reden wollte, denn mit wachsendem Alter kommt scheinbar das Bedürfnis, das wirklich mal loszuwerden.
Ich höre immer die gleiche Frage, wenn ich neue Mütter kennenlerne: “Und Johann ist also dein einziges Kind?”

Kleine Frage, große Wirkung.

Denn ja. Er ist mein einziges Kind und so wie es aussieht wird er das auch bleiben.

Sind wir glücklich damit? Nun, um diese Frage zu beantworten muss ich etwas weiter ausholen; wir sind natürlich nicht unglücklich. Ich bin glücklich, Johann zu haben, er ist das tollste Kind was ich mir vorstellen kann, klug, hübsch und super sozial.

Wollten wir noch ein zweites, drittes, viertes Kind? Ja.

Aber das Leben spielt oft nicht, wie man sich das vorstellt. Wenn man einmal zu lange wartet, klappt es vielleicht nicht mehr, manchmal sorgt ein Schicksalsschlag dazu, dass man es nicht mehr versucht und ich denke es gibt tausend andere Gründe, warum einfach kein Nachwuchs mehr folgt.

Mein Mann hat es neulich sehr schön beschrieben, indem er sagte, dass man es ja eh nie richtig machen kann.

Wenn man keine Kinder hat, fragen alle, wann es soweit ist. Bei einem kommen ziemlich schnell die Fragen nach dem zweiten und ab drei, vier oder fünf Kinder wird es irgendwie komisch in der heutigen Gesellschaft.

Ich frage mich manchmal, was sowas soll. Ich frage mich auch, was solche Aussagen “eins ist keins” soll.

Wer sowas sagt, hat wirklich keine Vorstellung, welche Gedanken man sich als Mutter eines Einzelkindes macht. Erst gestern habe ich Johann vom Spielplatz abgeholt, er war ganz alleine unterwegs und wenn ich ihn so sehe – ganz alleine – dann denke ich immer an meine Kindheit. Ich selber bin auch ein Einzelkind, habe aber im Nachhinein nicht sehr darunter gelitten. Ich konnte und kann mich heute noch stundenlang alleine beschäftigen, vertiefe mich total in Sachen und hasse es, abgelenkt zu werden.

Und trotzdem versetzt es meinem Herzen einen Stich, wenn ich das sehe, denn alleine war ich trotzdem. Natürlich hat man seine Eltern – aber Eltern haben nicht immer Lust, mit einem zu spielen, Eltern wollen auch mal “Erwachsenenkram” machen und bauen nicht immer Sandburgen auf Spielplätzen.

Wenn er mit seinen Freunden spielt merke ich oft, dass er früh heim will, sich in sein Zimmer setzt und genau diese Zeit für sich einfordert, die er braucht. Ich merke, dass es ihm mit vielen Kindern oft “zu viel” ist. Was zu völligem Unverständnis bei anderen Müttern sorgt, ist für mich ganz normal.

Wir sind beide in relativ ruhigen Haushalten groß geworden, in denen es immer nur um uns ging. Wir hatten die volle Aufmerksamkeit und mussten deshalb nie gemein sein, schreien oder um irgendwelche Nähe kämpfen. Das macht Einzelkinder ja im allgemeinen “verwöhnt”, aber das ist Unsinn. Ich würde niemals sagen, dass mein Sohn oder ich sozial oder materiell anders wären als andere Menschen. Eher im Gegenteil: Wir können sowohl materiell (oder nahrungstechnisch) teilweise besser teilen, als andere. Auch sind wir nicht einnehmend, was Menschen angeht. Wo wir aber sehr wenig Abstriche machen, ist bei der, nun ja, ich nenne sie “Privatsphäre”, mein Sohn sagt dazu einfach “alleine spielen”. Ich habe meine Privatsphäre so gerne, dass es manchmal beängstigend ist. Wenn ich die Wahl habe zwischen Besuch und einem Abend alleine imBett mit nem guten Film und Kerzenlicht…gewinnt meistens das Bett.

Der Unterschied zwischen uns beiden liegt aber auf der Hand: ich bin 30 Jahre älter als Johann und ich kann meine “Einsamkeit” sehr gut genießen.

Und obwohl ich den gleichen Hintergrund habe und seine Mutter bin, ist es ja für jedes Einzelkind anders. Ich hoffe, dass Johann seinen Nutzen aus der Situation ziehen wird.
Zeit alleine muss keine Qual, sie kann auch ein Segen sein. Ich wäre heute niemals so ausdauernd in meinen kreativen Arbeiten, hätte ich mich damals nicht so intensiv damit beschäftigt.

Johann wird sicherlich keine Geschwister vermissen, das würde er mir ja sicher sagen, aber man vermisst auch selten etwas, was man nicht hat.

Weder ich noch sein Vater werden ihm seine fehlenden Geschwister ersetzen können. Das steht ausser Frage. Aber zaubern können wir nun mal nicht.

Deshalb, ihr lieben Mütter da draussen: Haltet euch mal zurück. Es ist nicht schön, diese Fragen zu hören, wann das zweite kommt, oder warum ich “nur” ein Kind habe. Nur weil ihr 2+ (oder keine, oder eins, was bald ENDLICH ein Geschwisterchen bekommt) Kinder habt, bringt euch das nicht in die Position, über andere Leute zu urteilen. Seid froh, dass ihr gesunde Kinder zu Hause habt. Nur durch ein zweites Kind seid ihr nicht doppelt so erfahren, wie ich es als Mutter eines Kindes bin.

Denn “eins ist keins” stimmt nicht.
Eins ist eins.
Ein einziges Kind.

xoxo, nora.

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