Warme Grüße aus dem Kreativzimmer

Hallo! Nachdem mich Facebook daran erinnert hat, dass ich schon lange nicht mehr gebloggt habe (komisch, in meiner schreibfaulen Phase war auch Facebook sehr erinnerungsfaul), habe ich heute mal wieder den Kinder-Kreativ-Kurs mit der Kamera begleitet.

Das heutige Thema war: Große Dinkel-Kissen.

Ich selber liebe es, an kalten Wintertagen mein Kirschkern-Kissen an die Füße zu legen. Unbezahlbare Gemütlichkeit!

Für die Kissen habe ich mein heißbeliebtes altes Leinen angeschnitten und mich am letzten Samstag in mein Arbeitszimmer zurückgezogen und genäht – das Nähen der Bezüge traue ich den Kleinen nämlich noch nicht zu.

Dafür haben sie aber den Rest gemacht. Den Dinkel selber eingefüllt und die letzte Naht geschlossen.

Ich hatte die Innenkissen so genäht, dass sie 4 Fächer haben, damit der Dinkel sich gleichmäßig verteilt und es nicht einen “dicken Bollen” gibt.

Als Hilfe zum Einfüllen habe ich das Gefäß benutzt, was immer bei Bügeleisen dabei ist.

Bemalt haben die Kinder ihre Bezüge natürlich auch, dieses mal mit Textilfarbe.

In den Bezug habe ich Papier gelegt, damit es auf der Rückseite nicht durchdrückt.

Da es in letzter Zeit immer ziemlich bunt wurde, habe ich den Kindern geraten, sich vielleicht vorher ein Farbkonzept zu überlegen. Das hat bei manchen mehr, bei manchen weniger gut geklappt.

Weil das Auswaschen der Pinsel zwar schon viel besser klappt, aber noch nicht ganz einhundertprozentig habe ich die Farbe in Mischpaletten umgefüllt.

Als alles fertig war habe ich die Bezüge gebügelt und die Kinder haben ihre Dinkel-Kissen bezogen.

Hier sind die fertigen Werke. Ich liebe es, wie stolz die Kinder auf ihre Sachen sind. Johanns ist übrigens das unten rechts und liegt schon bei uns auf der Heizung, damit er gleich im Bett ganz warme Füßchen hat :)

Das war mitunter die schönste Stunde mit den Kindern. Dieses Projekt hat wirklich sehr viel Spaß gemacht und es war total entspannt, wie die Kleinen sich Geschichten erzählen oder auch total versunken vor sich Hinwerkeln.

Ich hatte überlegt, Sets aus dem Bastelkurs in meinen Shop zu stellen, vielleicht hat ja der ein oder andere Lust, mal ein paar Sachen nachzumachen.

Aber für heute reicht es und ich begebe mich langsam Richtung Bett, ich höre es nämlich schon ganz schön laut rufen ;)

xoxo, nora.

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Mein einziges Kind.

Heute geht es mal wieder um ein wenig Mamakram. Also alle, die jetzt irgendetwas Kreatives seien vorgewarnt!

Und heute geht es um ein Thema, über das ich immer mal wieder reden wollte, denn mit wachsendem Alter kommt scheinbar das Bedürfnis, das wirklich mal loszuwerden.
Ich höre immer die gleiche Frage, wenn ich neue Mütter kennenlerne: “Und Johann ist also dein einziges Kind?”

Kleine Frage, große Wirkung.

Denn ja. Er ist mein einziges Kind und so wie es aussieht wird er das auch bleiben.

Sind wir glücklich damit? Nun, um diese Frage zu beantworten muss ich etwas weiter ausholen; wir sind natürlich nicht unglücklich. Ich bin glücklich, Johann zu haben, er ist das tollste Kind was ich mir vorstellen kann, klug, hübsch und super sozial.

Wollten wir noch ein zweites, drittes, viertes Kind? Ja.

Aber das Leben spielt oft nicht, wie man sich das vorstellt. Wenn man einmal zu lange wartet, klappt es vielleicht nicht mehr, manchmal sorgt ein Schicksalsschlag dazu, dass man es nicht mehr versucht und ich denke es gibt tausend andere Gründe, warum einfach kein Nachwuchs mehr folgt.

Mein Mann hat es neulich sehr schön beschrieben, indem er sagte, dass man es ja eh nie richtig machen kann.

Wenn man keine Kinder hat, fragen alle, wann es soweit ist. Bei einem kommen ziemlich schnell die Fragen nach dem zweiten und ab drei, vier oder fünf Kinder wird es irgendwie komisch in der heutigen Gesellschaft.

Ich frage mich manchmal, was sowas soll. Ich frage mich auch, was solche Aussagen “eins ist keins” soll.

Wer sowas sagt, hat wirklich keine Vorstellung, welche Gedanken man sich als Mutter eines Einzelkindes macht. Erst gestern habe ich Johann vom Spielplatz abgeholt, er war ganz alleine unterwegs und wenn ich ihn so sehe – ganz alleine – dann denke ich immer an meine Kindheit. Ich selber bin auch ein Einzelkind, habe aber im Nachhinein nicht sehr darunter gelitten. Ich konnte und kann mich heute noch stundenlang alleine beschäftigen, vertiefe mich total in Sachen und hasse es, abgelenkt zu werden.

Und trotzdem versetzt es meinem Herzen einen Stich, wenn ich das sehe, denn alleine war ich trotzdem. Natürlich hat man seine Eltern – aber Eltern haben nicht immer Lust, mit einem zu spielen, Eltern wollen auch mal “Erwachsenenkram” machen und bauen nicht immer Sandburgen auf Spielplätzen.

Wenn er mit seinen Freunden spielt merke ich oft, dass er früh heim will, sich in sein Zimmer setzt und genau diese Zeit für sich einfordert, die er braucht. Ich merke, dass es ihm mit vielen Kindern oft “zu viel” ist. Was zu völligem Unverständnis bei anderen Müttern sorgt, ist für mich ganz normal.

Wir sind beide in relativ ruhigen Haushalten groß geworden, in denen es immer nur um uns ging. Wir hatten die volle Aufmerksamkeit und mussten deshalb nie gemein sein, schreien oder um irgendwelche Nähe kämpfen. Das macht Einzelkinder ja im allgemeinen “verwöhnt”, aber das ist Unsinn. Ich würde niemals sagen, dass mein Sohn oder ich sozial oder materiell anders wären als andere Menschen. Eher im Gegenteil: Wir können sowohl materiell (oder nahrungstechnisch) teilweise besser teilen, als andere. Auch sind wir nicht einnehmend, was Menschen angeht. Wo wir aber sehr wenig Abstriche machen, ist bei der, nun ja, ich nenne sie “Privatsphäre”, mein Sohn sagt dazu einfach “alleine spielen”. Ich habe meine Privatsphäre so gerne, dass es manchmal beängstigend ist. Wenn ich die Wahl habe zwischen Besuch und einem Abend alleine imBett mit nem guten Film und Kerzenlicht…gewinnt meistens das Bett.

Der Unterschied zwischen uns beiden liegt aber auf der Hand: ich bin 30 Jahre älter als Johann und ich kann meine “Einsamkeit” sehr gut genießen.

Und obwohl ich den gleichen Hintergrund habe und seine Mutter bin, ist es ja für jedes Einzelkind anders. Ich hoffe, dass Johann seinen Nutzen aus der Situation ziehen wird.
Zeit alleine muss keine Qual, sie kann auch ein Segen sein. Ich wäre heute niemals so ausdauernd in meinen kreativen Arbeiten, hätte ich mich damals nicht so intensiv damit beschäftigt.

Johann wird sicherlich keine Geschwister vermissen, das würde er mir ja sicher sagen, aber man vermisst auch selten etwas, was man nicht hat.

Weder ich noch sein Vater werden ihm seine fehlenden Geschwister ersetzen können. Das steht ausser Frage. Aber zaubern können wir nun mal nicht.

Deshalb, ihr lieben Mütter da draussen: Haltet euch mal zurück. Es ist nicht schön, diese Fragen zu hören, wann das zweite kommt, oder warum ich “nur” ein Kind habe. Nur weil ihr 2+ (oder keine, oder eins, was bald ENDLICH ein Geschwisterchen bekommt) Kinder habt, bringt euch das nicht in die Position, über andere Leute zu urteilen. Seid froh, dass ihr gesunde Kinder zu Hause habt. Nur durch ein zweites Kind seid ihr nicht doppelt so erfahren, wie ich es als Mutter eines Kindes bin.

Denn “eins ist keins” stimmt nicht.
Eins ist eins.
Ein einziges Kind.

xoxo, nora.

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Kreative Blockaden und wie ich damit umgehe

Jeden Morgen, wenn ich einige Stunden (ok, direkt übertrieben, es ist meist “nur” eine) im Auto sitze oder in der Bahn (da dauert es einfach immer länger, weil eine normale Bahnanbindung für diese horrenden Preise, die man zahlt, einfach nicht möglich ist), höre ich meinen Lieblingspodcast “How she creates”. Das Thema Podcast begann bei mir mir “Fest & flauschig” von Olli Schulz und Jan Böhmermann, anstatt mich aber immer nur zu amüsieren, wollte ich einen Mehrwert für mich selber.

Der Podcast ist von zwei jungen Frauen, die Artjournaling betreiben und auch so sehr viel über das Kreativ-Sein an sich erzählen.

Die Folge, die ich heute gehört habe, ging um das Thema “Kreative Blockade”.

Puh. Für mich ein super schweres Thema, was mich oft im Jahr überfallt, meist ungeplant und in einer Phase, in der ich überhaupt nicht damit rechne.

Bis jetzt war es ja immer so, dass ich dann einfach gesagt habe: Okay, dann nicht. Dann lass ich einfach alles stehen und liegen und verlasse mein Arbeitszimmer wie die Ratten das versinkende Schiff. Aber das ist sowas von 2018.

Nicht, dass es ein Vorsatz von mir war, mich dahingehend zu ändern – aber ich habe mich geändert, was das angeht. Auch ohne blöden Vorsatz, den ich eh nie einhalte. Ich mache nun jeden Montag einen Kurs, der geplant und vorbereitet werden will, der Kindern etwas beibringen soll und das ist schonmal die erste Challenge für mich: Ich kann nicht wie ein Flüchtling das Kriegsgebiet Arbeitszimmer verlassen und Unterschlupf im sicheren Hafen unserer Wohnung suchen. Stresst mich ein wenig, ist aber für meine Routine ein absoluter Glücksgriff.

Was mich noch ein wenig stresst, ist, dass die Kinder immer etwas aus meinem Arbeitszimmer mitnehmen wollen. Sei es ein Stück Stoff, ein Knopf oder Bilder, die an den Wänden hängen (ja, crazy, aber wahr). Um das zu ändern und auch mal so Ordnung zu schaffen, habe ich im Zuge einer Aufräum-Aktion, alle meine Sachen in Pappschachteln gepackt und beschriftet. Ich habe sie thematisch sortiert. Lichterketten-Bedarf, Fimo-Ausstecher, Farben und Lacke und so weiter. Beim Aufräumen habe ich viele alte Projekte wiederentdeckt, die mich wieder auf neue Ideen gebracht haben.

Das war definitiv ein Schritt, der mich ein wenig im Kopf geordnet hat.
Sprechen wir von Ordnung, ich habe oft das Problem, nicht richtig den Kopf für meine kreative Arbeit frei zu haben, wenn es an sich viel zu tun gibt. Wohnung muss geputzt werden, Wäsche muss gewaschen werden, Spülmaschine ein- und ausgeräumt werden und ach ja, einkaufen muss ich auch noch. Natürlich müssen das alle machen. Aber es gibt Tage, da fällt es mir schwer zwischen den Aufgaben als Mama, Ehefrau und Arbeitnehmerin auch noch kurz dies und das und jenes Kreatives zu machen. Ich bewundere Leute sehr, die sich keine Pause gönnen und einfach voll durchstarten – aber ich kann es einfach nicht.

Wenn all das halbwegs im Lot ist und ich immer noch keine Idee habe, dann ´fange ich an, mich online ein wenig umzuschauen. Ich lese nicht mehr viele Blogs, ich habe aber 2–3 Lieblinge, die mich nicht durch ihre DIYs inspirieren sondern der Art zu schreiben, der Art, wie sie aufgebaut sind und der Art der Fotos.

Auch Instagram ist ein tolles Medium, wenn man über vieles hinwegsieht und tatsächlich und ausschließlich den Leuten folgt, die einen Mehrwert für einen haben (ich werde sehr bald einen Post über meine Meinung von Instagram schreiben). Ich heiße übrigens nora_aredapple, falls du das noch nicht wusstest.

Meine größte Inspirationsquelle ist allerdings Pinterest. Ich liebe Pinterest. Ich liebe meine Pinnwände und ich liebe es, durch meine gepinnten Bilder zu scrollen und wenn mir etwas gefällt, mir davon noch mehr Bilder anzeigen lassen zu können. Oft ist die Masse an Inspiration aber so groß, dass ich mir eine kleine (oft auch geheime) Pinnwand mache, um Sachen vielleicht für den nächsten Monat für mich zu pinnen. Mir hilft das, nicht immer eine riesige Masse an Vorschlägen haben, sondern meine Ziele erreichbar wirken zu lassen.

Als es neulich ganz schlimm war in meinem “kreativen Burnout”, habe ich alles stehen und liegen gelassen und habe etwas – für mich eher untypisches – gemacht: Ich habe mich vor den Fernseher gesetzt und eine gute Serie auf Netflix gesehen. Ich glaube, es war American Horror Story “Hotel” (Staffel 5). Ich liebe das Prinzip dieser Serie, mit immer den gleichen Schauspielern ganz andere Szenarien von Staffel zu Staffel zu erschaffen – auch so etwas kann mich inspirieren, weiter zu machen. Natürlich bin ich keine Regisseurin, Schauspielerin oder etwas in die Richtung, aber trotzdem können mir ausdrucksstarke Bilder oder Serien oder Filme in so einem Tief helfen, aus selbigem herauszukommen.
Ausserdem war es gut, mal von allem Abstand zu nehmen und mich voll und ganz der Serie zu widmen. Ohne Handy, ohne Besuch ohne alles einfach.

Womit wir beim allerletzten Punkt angekommen sind: Meine neue Regel ist so einfach wie nur möglich: Wenn ich im Arbeitszimmer bin und vor mich hin werkle, bin ich offline. Das Handy ist an, aber es liegt wo, wo nur dauerhafte Anrufe beantwortet werden und sonst nichts. Zu sehr werde ich in der wenigen Zeit, die ich mir für das Kreativ-sein nehme, abgelenkt. Und das tut mir nicht gut. Anders als die Zeit, die ich in mich investiere, die tut mir und am Ende meiner Kreativität gut.

Also Zusammenfassend noch einmal aufgeschrieben. Was mir hilft ist:

  • – Regelmäßiges Aufräumen, dazu gehört auch Sortieren
  • – Inspirieren lassen durch Blogs
  • – Ideen einholen über Pinterest
  • – Ideen suchen auf Instagram
  • – Eine gute Serie schauen um den Kopf mal ganz frei zu bekommen
  • – Handy nicht beachten/ ausschalten

Was tut ihr bei solch einer Blockade? Oder kennt ihr sowas gar nicht? Erzählt mir etwas davon, ich bin gespannt auf eurer Kommentare!

xoxo, Nora

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