Starke Pärchen

Wahrscheinlich kennt das jeder von euch.

Ihr habt Freude, mit denen ihr alles unternehmt. Alles. Wahrscheinlich, so denkt man, sind das die besten Freunde.
Man kennt sich ewig lange, erzählt sich alles, hat zusammen gute Zeiten und, sonst wäre man nicht so zusammengeschweißt, auch schlechte Zeiten. Das Vertrauen ist groß und man hat das Gefühl, dass man sich kennt, nicht seit ein paar Jahren, sondern ein ganzes Leben.
Man weiß, wie der andere reagiert, wenn etwas passiert, man steht für ihn ein, streitet sich mit anderen, weil man nichts Schlechtes an ihn kommen lassen möchte. Nicht an die besten Freunde.
Soweit, so gut. Das kann ein ganzes Leben lang gutgehen. Man hat immer jemanden, auf dem man bauen, dem man vertrauen kann.

Oder auch nicht.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es zwei Dinge gibt, die so eine stabile Verbindung zerstören kann: Ein riesengroßer Streit – oder ein neuer Partner.
Punkt eins ist klar – sowas, egal wie schade das ist – passiert.

Bei dem zweiten Punkt stehe ich vor einem großen Rätsel.

Es gibt doch nichts Schöneres, als viele Freunde, befreundete Pärchen, einfach eine tolle Gruppe, die sich gut versteht.
Leider spielt das Pärchen selten mit.

Ich weiss nicht, ob das eine Volkskrankheit ist, dass man seine gute Freunde im Falle einer neuen Liebe aufgibt.
Natürlich, am Anfang macht man viel mit seinem neuen Partner alleine, das versteht jeder.
Warum also diesen Weg gehen, den einen, der keinen Weg zurück erlaubt?

Dann fragt man sich, wie kann man einen langjährigen Freund verlieren? Gute Frage!
Durch seine neue Liebe beflügelt, natürlich besonders stark, kann einem nichts passieren. Rein gar nichts.

 

Also, was kann man, wenn man so stark ist? Man kann zur Belustigung anderer über seine Freunde lästern, böses Blut vergießen und ihn verleugnen.
Das zeugt natürlich von einem überaus tollem, freundlichen Charakter. So macht man sich beliebt. (Ich halte hier groß mein „Ironie“-Schild hoch!)
Man kann sich lustig machen und immer und immer wieder schlecht von ihm reden. Getreu nach dem Motto „Lieber ein guten Freund verlieren als ein guten Witz auslassen“.

Was tut man dann, als Freund? Kann man so etwas akzeptieren? Könnte man es im Falle einer Versöhnung jemals verzeihen oder vergessen?
Ja? Nein?

Ich bin für „nein“. Nicht, weil man nicht fähig ist zu vergessen oder zu verzeihen, sondern: Weil es einfach keinen Wert mehr hat.
Eine Freundschaft, die so durch den Dreck gezogen und misshandelt wurde hat gar keine Notwendigkeit, jemals wieder zu funktionieren.

Loyalität kann man im Duden nachschlagen, aber können das auch Menschen, die als Freunde so handeln? Wer so schlechte Seiten zeigt, dem traue ich auch zu, dass das nicht aus Boshaftigkeit, sondern – leider – aus reiner Dummheit tut.

 

Wahrscheinlich tut man gut daran, wenn man (natürlich ohne böses Blut) sich still und leise aus der ganzen Sache zurückzieht.
Wer so böse über einen redet, der kann nicht glücklich sein. Oder dessen Beziehung kann nicht so toll sein. Warum sonst sollte man direkt seinem Partner seine dunkelsten Seiten zeigen?
Ich wäre heute nicht mit Felix zusammen, hätte er über irgendeinen unserer gemeinsamen Freunde hergezogen. Mit einem Mann, der so schwach wäre, hätte ich keine Lust zusammenzusein. (Aber wahrscheinlich gehören da auch immer gleichwertig intelligente Menschen dazu).

Und egal, wie weh das tut – es stellt sich die Frage: Ist es nicht gut, den wahren Charakter seinen „besten“ Freundes oder seiner „besten“ Freundin erkannt zu haben?

Am Ende ist man sich selber nicht untreu gewesen, in dem man sich abgewandt hat.

Man selber hat ja immer dem klugen Rat (der natürlich von meiner Mama ist) befolgt: „Männer kommen und gehen. Wenn du deinen besten Freund (in meinem Fall natürlich Michi) gut behandelst, bleibt er für immer.“

 

Diese „starken Pärchen“ sollten sich mal überlegen, ob sie auch noch so stark sind, wenn sie von ihrem Partner betrogen werden. Oder sich streiten. Oder sich mal irgendwann trennen.

Wenn man mitbekommt, wie sie jetzt schon über ihre „besten“ Freunde reden…wer will dann überhaupt jemals wieder was mit ihnen zu tun haben?

 

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