Lieber Johann,

nun ist es noch genau eine einzige Woche zu deinem zweiten Geburtstag. Ich bin mir sicher, dass du überhaupt nicht weißt, wie toll es ist, Geburtstag zu haben. Deine Mama hat sich eben nochmal ihre Schwangerschafts-Post durchlesen und erstaunt habe ich bemerkt, dass ich mich an all das gar nicht mehr erinnern kann. Ich weiß nur, dass ich die ganze Zeit so aufgeregt war, wann denn endlich die Geburt losgehen würde.

2 Jahre ist es schon her. 2 Jahre!
Du bist so ein großer, lieber Junge geworden. Richtig erzählen kannst du jetzt schon. Ich bin so erstaunt, wie viele Wörter du tagtäglich lernst, vor 2 Monaten hast du nämlich noch nicht besonders viel geredet. Jetzt kann ich dich schon fragen, wie es im Kindergarten war und was es zu Essen gab und bekomme eine klar verständliche Antwort. Manchmal kann ich das wirklich nicht glauben.

Hüpfen kannst du nun auch endlich. Das hast du aber auch so lange geübt – du wolltest es unbedingt können. 1000 mal bist du hingefallen, 1000 mal hast du es wieder versucht. Vielleicht hast du doch auch etwas von mir: Diese Eigenschaft kenne ich von mir.

Ansonsten sehe ich deinen Vater in dir. Und zwar nur deinen Vater. Das Gesicht, die Mimik, alles ist von ihm. Neulich hatte ich kurz gedacht, dass du wenigstens Locken bekommst – aber du hast nur mit feuchten Haaren geschlafen.

Ich bin natürlich nicht traurig darüber, du bist das wundervollste, schönste Kind der Welt. Ich würde mich aber gerne ein wenig erkennen. Ich weiß, dir ist das total egal. Du bist das Mama-Kind durch und durch. So, wie man sich ein Mama-Kind vorstellt.

Abends kannst du nicht schlafen, ohne meinen Arm zu kraulen, ich muss dich überall mit hinnehmen und du bist mein zweiter Schatten. Oft tue ich etwas genervt, aber natürlich bin ich das nicht, mein liebes Kind. Ich nehme dich gerne mit ins Bad, ich mag es auch, wenn du deine Nase gegen die Scheibe drückst, wenn ich dusche.

Ich weiß, es wird nicht immer so sein. Ich weiß, schon morgen kann es sein, dass du alleine einschläfst, dass du ans Müsli selbst drankommst, dass du mich nicht mehr brauchst um deine Windeln zu wechseln.

Du wirst bei Freunden übernachten und riesig werden und das ist ja auch richtig so.
Aber lass uns beide noch ein bisschen die Zeit genießen, die für uns beide so besonders ist.

Vor zwei Jahren hätte ich gedacht ich wäre heute ein anderer Mensch. Ich wußte damals nicht, dass ich das kleine Menschlein im Bauch so sehr lieben würde und dass das lieben nicht etwa weniger wird, sondern solche Maße annimmt, die nur eine Mama nachvollziehen kann.

Kurz vor deinem 2. Geburtstag muss ich es dir wieder sagen: Ich bin stolz auf dich. Ich bin so stolz, deine Mama zu sein und ich liebe es, deine Beschützerin auf deinem Lebensweg sein zu können.

Du bist das beste – das allerbeste – was mir jemals passiert ist und ich liebe dich von ganzem Herzen.

Unbenannt

10000 Küsschen von deiner Mama.

2 Kommentare

Auf das beste aller Feste…

In 8 Tagen hat Johann endlich Geburtstag!
Gestern habe ich die Einladungen gemacht und zum größten Teil schon verteilt, zu seinem Onkel muss es allerdings mit der Post geschickt werden. Also Michi, falls du das hier liest und dich überraschen lassen willst, schließ ganz schnell das Fenster :)

Diese Einladungen habe ich gefunden bei Mrprintables und habe sie aus Aquarellpapier gemacht.
Ich hätte natürlich auch selber welche machen können – aber wenn es schon so etwas Schönes gibt, warum lange herumtüfteln?

Das Prinzip ist einfach aber ganz effektvoll.

IMG_6848

Man zieht an den beiden Schnüren…

IMG_6849

IMG_6850

..und hat ein kleines Häuschen :)

IMG_6843

Wenn man dann durch das Fenster schaut, sieht man alle weiteren Informationen. Tag, Ort, Uhrzeit.

IMG_6844

IMG_6846

Am schönsten sehen sie natürlich als kleines Städtchen aus. Aber so werden sie nie mehr zusammen kommen – also musste ich es schnell festhalten.

IMG_6853 IMG_6854 IMG_6855

Als die Größe der Häuser klar war, habe ich noch Umschläge gemacht.

IMG_6840

Fertig sind die Einladungen für Johanns allerersten Kindergeburtstag mit kleinen Gästen :)

xoxo, Nora.

 

 

 

 

 

 

 

2 Kommentare

Die Internet-Freundin

Hallo Welt!
Ja, ich lebe noch und es geht mir gut :)
Der Grund für die lange Pause ist einfach: Ich muss in 2 Wochen wieder arbeiten gehen und vorher nutze ich intensiv die Zeit als “Urlaub”. Richtig gehört. Ich mache Urlaub im Elternurlaub.

Ich nähe, bastle und verbringe Zeit mit Kaffee trinken, spielen, spazieren und den schönen Dingen des Lebens. Nicht, dass Bloggen nicht auch schön ist, jedoch gönne ich mir hier und da gerne eine Auszeit.

Gestern Abend im Bett habe ich aber darüber nachgedacht, dass ich – so kurz vor Johanns 2. Geburtstag – die Dinge etwas reflektieren möchte. Viele Dinge vergisst man, wenn man sie nicht aufschreibt, viele Dinge habe ich schon vergessen und in 4 Jahren, wenn ich mir das alles noch einmal durchlese möchte ich doch wissen, wie ich mich als junge Mutter gefühlt habe.

Jung – jung ist relativ. Ich bin keine junge Mutter, ich werde 33 und jung bin ich laut Geburtsdatum dementsprechend nicht.
Aber als Johann auf die Welt kam, habe ich mich selber gefühlt wie ein kleines Kind, das völlig überfordert ist.

In den ersten Wochen ist man unsicher wegen allem. Stillen, Wickeln, Zuführen, Wundschutzcreme, impfen und weiß der Geier was.

Durch Instagram habe ich ein paar Mütter kennengelernt und es wurde sogar eine WhatsApp-Gruppe gegründet indem sich die Mütter austauschen konnten. Was am Anfang ganz witzig anfing, steigerte sich relativ schnell zum Konkurrenzkampf. Ich sitze selber kopfschüttelnd vor dem Rechner, wenn ich darüber nachdenke, wie man sich über seine Kinder selber neu definieren kann. Wer stillt länger? Wer gibt mehr Impfungen? Wer füttert am ehesten zu?

Was ist das eigentlich für ein verdammter Mist? Meinungen hat ja bekanntlich jeder – und jeder hat DIE EINZIG RICHTIGE Meinung.
Ja.
Das stimmt.
Für sich selber gilt das auch.

Falls irgend eine junge Mama dies hier liest, gebe ich ihr den Rat sich niemals zu vergleichen. Mit keiner anderen Mutter und vor allem nicht ihr Kind mit einem anderen Kind.

Sucht euch EINE Freundin, die euch guttut. Und im besten Falle nicht im Internet. Eine, die ihr seht und dessen Gefühlsregung ihr sehen könnt, keine die schreibt “Aaw, niedlich, dein Kleiner” – denn ich habe das Gefühl, solche Sätze werden dort mit Copy-Paste in jeden erdenklichen WhatsApp-Chat oder unter jeder noch so unniedliche Instagrambild geklatscht.

Denn das ist sie nämlich: Die Internet-Freundin. Eine Freundin, die ihr nicht sehen könnt, hören könnt oder die euch nicht in den Arm nehmen kann, virtuell aber immer da ist.

Ich hatte mal eine und war mit ihr nicht unglücklich. Wir haben uns ausgetauscht, sogar ein paar mal getroffen, die Kinder haben “gespielt” und wir Kaffee getrunken.

Nett war das.

Irgendwann hat man sich so hin und hergeschrieben, die Zeit ging ins Lande und alles war gut.
Bis eines Tages ein paar feindseelige Kommentare kamen auf die Frage (bzw. die Vorbereitung auf die Frage, soweit kam ich gar nicht, denn die sarkastischen Antworten ihrerseits haben mich dann doch etwas erschrocken) ob wir uns nochmal treffen, denn sie war gerade in der Gegend.

Ich weiß bis heute nicht, was passiert ist. Auf Instagram, Facebook, WhatsApp und im wahren Leben wurde ich blockiert, gelöscht und ausradiert.

So schnell kann es gehen.

Facebook Freunde: 178-1 (eigentlich -2, denn um mich so richtig zu treffen, hat ihr Mann mich auch gelöscht).

Bin Ich traurig? Nein.

Aber nachdenklich hat es mich gemacht. Fast 2 Jahre haben wir uns geschrieben, uns Bilder geschickt und dem anderen Kind beim Wachsen zugesehen. Und im Endeffekt war alles eine Mogelpackung.
Und dann, in 1 Minute ist alles vorbei. “Sind sie sicher, dass sie diesen Freund von ihrer Freundesliste entfernen wollen?” Ein Klick. Vorbei.

Ihr lieben, jungen Mamas da draußen: Denkt nicht, ihr schafft es alleine. Vielleicht könnt ihr es, aber glaubt mir: Es ist schwer. Und doof. Und auch ein bisschen langweilig.

Sucht einander. Lernt euch kennen (im realen Leben). Trinkt literweise Kaffee und esst tonnenweise Kuchen. Geht abends ohne die Kinder einen Wein trinken oder tanzen. Lasst eure Männer zusammen Fußball gucken und trinkt noch mehr Kaffee. Gebt den Kindern einen “Alles-ist-möglich”-Tag und lacht euch über sie kaputt, wenn sie zusammen einfach doppelt so niedlich sind wie alleine.

Ihr braucht euch. Wenn mal euer Kind krank ist, es ist Sonntag und die Fieberzäpchen sind alle. Oder wenn euer Kind chronische Langeweile hat und die Bude zusammen brüllt. Oder wenn ihr einfach nicht mehr könnt und ein liebes Gesicht sehen wollt.

Sucht euch und verbringt Zeit miteinander.
Eure Kinder werden es euch danken, wenn sie ihre Freundin und ihren Freund nicht immer nur auf einem Bild sehen können sondern mal beherzt in die Nase zwicken. Oder umschubsen. Oder den Arm kraulen.

Und eure Kinder werden es euch sicherlich noch mehr danken, wenn ihr nicht ständig nur am Handy sitzt und wartet wie in der Blase, die auftaucht, endlich ein Text steht.

Verschwendet eure Zeit im Schwimmbad. Oder alle zusammen im Kinderzimmer. Verplempert die Zeit im Wald, auf dem Feld, im Garten, im Hof.

Aber verschwende nicht die Zeit deines Kindes für irgendwen, der ohne mit der Wimper zu zucken “Freund löschen” anklickt.

xoxo, Nora.

3 Kommentare