Mein liebster Sohn,

diese Woche haben wir die 26ste Woche geknackt.
Wahnsinn, wie lange du schon bei mir bist!

Die letzte Woche war für uns sowohl aufregend wie auch durchwachsen.

Erstmal hast du dein erstes Karneval mit deiner Mama verkleidet als dicker Cowboy gefeiert.


Die Karnevalsmusik hat dir entweder super oder halt gar nicht gefallen. Auf jeden Fall hast du im Takt mitgewippt im Bauch.
Die Party war supertoll und der Papa hatte auch SEHR viel Spaß.
Abends warst du dann so aufgeregt, dass dein Schlafrythmus völlig im Eimer war und du mich 4 Tage am Stück nicht hast richtig schlafen lassen.

Wie du ja weißt haben wir uns auf der Party einen schlimme Magendarmgrippe eingefangen, die dir ganz und gar nicht gefallen hat. Aber weißt du was? Mir auch nicht.

Kaum, dass wir wieder ganz auf dem Damm sind hat uns wohl jemand auf der Arbeit mit der Grippe angesteckt. Für dich heißt das dann heute: Früh ins Bett – denn wir müssen morgen ganz früh aufstehen und schauen uns Wohnungen an.

Ach, deine Mama ist schon ganz aufgeregt deshalb, glaub mir. Ich wollte ja immer, dass dein erstes zu Hause die Lütticher Straße wird, aber versprechen kann ich es dir nicht. Die Wohnung ist schon sehr klein und du magst ja sicher auch ein bisschen Platz haben.
Ich habe da gestern ganz lange mit deinem Papa drüber gesprochen und bin fast wieder in  Tränen ausgebrochen. Diese ganze Veränderungen mit dir sind zwar ganz toll und total aufregend, aber ich brauch auch eine Konstante in meinem Leben zur Zeit und da ich mich ja leider ganz oft so alleine fühle, ist diese Konstante unser gemütliches zu Hause geworden.
Naja, wir werden sehen wie wir morgen Abend über einen neue Wohnung in einem neuen Stadtteil denken. Die Wohungen, die wir uns anschauen, sind auf jeden Fall sehr schön und du hättest genug Platz, der Papa UND die Mama auch ihr eigenes Büro. Das wäre doch was, kleiner J..

Ansonsten hast du dich wieder die ganze Woche gefreut, wenn ich gehäkelt oder genäht habe. Anscheinend liebst du jetzt schon das Geräusch der Nähmaschine – gutes Kind!
Ich habe sowieso das Gefühl, dass ich, seitdem du auf dem Weg bist, viel mehr Lust und viel mehr Ideen habe, Dinge umzusetzen als früher. Es sind nicht alle Sachen für dich, aber glaub mir kleiner Mann: Du wirst nicht zu kurz kommen.

Hier ein kleiner Beweis, mein kleiner Frosch:

Der Papa hat schon gesagt: „Ach Gott, ist das süß, wenn J. das anhat muss ich ihn sicher die ganze Zeit bobbeln.“

Ja, bobbeln. Der Papa will nämlich mit dir auschließlich im Dialekt reden. Ich finde das super, dann kannst du auch „das andere Deutsch“.

So, kleiner Mann.
Die Mama legt sich nun mal ins Bett und ich hoffe, wir schlafen uns schön gesund bis morgen. Ich glaube, du findest das gut. Mir scheint, als hättest du in die Hände geklatscht.

Ich denke an dich. Jede Sekunde an jedem Tag.

Deine Mama.

 

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