Lieber Johann,

jeden Tag beobachte ich mehr wie du zusehends die Persönlichkeit bekommst, die dich als Erwachsenen ausmachen wird.

Du bist klug, sehr lustig und äußerst sensibel. Du bist in den verrücktesten Momenten ängstlich und in den entgegengesetzten Momenten total mutig. du siehst die Dinge mit deinen Augen wahnsinnig klar und auf ihre Einfachheit minimiert. Ich liebe diees Eigenschaftein sehr an dir und bin mir sicher, dass weder dein Vater noch ich da etwas für können.

Ich wünsche dir eines Tages, dass du ein starker, kluger Mann werden wirst. Und dazu möchte ich dir ein paar Dinge mit auf den Weg geben.

1. Lass dir nie einreden, du seist nicht gut genug.

Lass dir nicht einreden du wärst zu klein, zu dumm, zu laut oder zu leise. Wenn man für Dinge kämpft, dann erreicht man sie. Wenn du Arzt werden willst oder Physiker oder Astronaut dann erfordert das ein „wenig mehr“ Fleiß als für andere Berufe, aber du wirst es schaffen, wenn du es nur willst. Aber du brauchst viel Herzblut und einen starken Willen.

2. Sei fleißig.
Und damit meine ich nicht, dass du immer dein Zimmer aufräumen sollst, sondern ich beziehe mich auf Punkt eins. Kein Mensch wird dir etwas schenken im Leben. Du wirst hart arbeiten müssen.

3. Wenn du etwas nicht willst, tu es nicht.
Damit meine ich nicht, dass du nicht arbeiten gehen sollst, studieren, zur Schule gehen sollst oder sonst irgendwas, was Kinder nicht wollen. Sondern ich rede von Dingen, die du tust, weil du denkst, jemand verlangt sie von dir. Wenn du das Gefühl hast, dass du Klavier spielen musst, weil dein Vater Klavier spielt und wir hier eins stehen haben, dann kann ich dich beruhigen – wenn du Dinge ausprobierst und sie sind nichts für dich, dann tu sie nicht. Wenn du denkst, du müsstest wie dein Cousin ein Golfprofi werden, nur weil er dich trainieren könnte und der Golfplatz vor der Tür ist, dann kannst du es gerne ausprobieren – aber wenn es dir keinen Spaß macht, dann musst du es nicht tun.

4. Sei ehrlich.
Und du weißt, dass das der Punkt ist, der mir am meisten am Herzen liegt. Glaub mir mein Kind, ich habe in meinem Leben ganz viele Fehler gemacht, aber ich war immer ehrlich und habe nie versucht, durch eine Lüge meine Fehler zu vertuschen. Ehrlich währt am längsten. Punkt.

5. Wenn du etwas wirklich, wirklich willst, setz Himmel und Hölle in Bewegung, damit du es erreichen kannst.
Weißt du eigentlich, warum du auf der Welt bist? Weil dein Vater alles (und wirklich alles) getan hat, um einen Kaffee mit mir trinken zu gehen. Da staunst du, oder?

6. Werd bitte einer von den „Guten“.
Wenn du etwas älter bist, dann wirst du schnell feststellen, dass die „nette-Typ“-Masche nicht jede Frau anspricht. Aber glaub mir, das geht vorbei. Wenn du kein Arschloch sein willst, sei also bitte keins. Ich möchte keine weinenden Mädchen vor dem Haus sitzen haben, denen du das Herz gebrochen hast, wohl möglich noch welche von den Netten.
Sag nicht Dinge wie „Eigentlich bin ich ganz anders und eigentlich wollte ich das nicht.“ Wenn Du schon Mist bauen wirst, dann steh dazu und tu alles dafür, es wieder gut zu machen.

Du wirst wahrscheinlich nicht nur eine Freundin (oder Freund) haben, aber bedenke, dass all die Menschen, die du kennenlernen wirst, dich ein Stück weit ausmachen. Alle haben ihr Päckchen zu tragen. Und bitte sei nicht das Päckchen sondern derjenige, der tragen hilft.

7. Verurteile nicht vorschnell.
Ich als deine Mama werde dir immer gewollte oder ungewollte Ratschläge geben werden. Ich werde mir Mühe geben, all deine Gefühle dabei zu berücksichtigen und ich hoffe, du wirst das auch bei deinen Mitmenschen machen wirst. Hinterfrag immer erst, warum Menschen handeln wie sie handeln und dann darfst du sie be- aber nicht verurteilen.

8. Hab einen guten Menschenverstand.
Es wird Menschen geben, die dich trotzdem ausnutzen. Die dich belügen und betrügen und dich verletzten werden. Solche Menschen gibt es immer wieder und ich kann dich nicht beschützen vor diesem Kummer, den sie auslösen. Aber ich kann dir sagen, dass du irgendwann lernen wirst, diese Menschen zu erkennen. Lass deine letzte Enttäuschung immer dein bester Lehrer sein.

9. Sei verrückt.
Man kann nicht immer sittsam, brav und lieb sein. An manchen Tagen muss man in seinem Leben „Pause“ drücken und verrückt sein. Also, sei verrückt. Schwänz die Schule. Mach Nächte durch und schau dir Sonnenaufgänge an. Tanz im Regen, geh auf Konzerte, schlaf zu wenig und feiere zu viel. Fahr nachts ans Meer und schlaf am Strand. Sei einfach glücklich. Und damit wären wir beim letzten Punkt.

10. Sei glücklich.
Sei einfach nur glücklich. Das wird dich zum besten Menschen machen. Sei glücklich mit dir selber und glücklich mit den Leuten, mit denen du zusammen bist.

 
Egal, was du tust, du kannst mich nicht enttäuschen. Ich schreibe dir diese Liste, damit du weißt, dass ich mir etwas für dich wünsche. Damit du weißt, dass du mir wichtig bist und ich über dich nachdenke. Aber im Endeffekt bist du ein eigenständiger Mensch und wirst deine eigenen Entscheidungen treffen und dafür auch die Konsequenzen tragen. Ich werde da sein und und du wirst mit mir reden können, wenn du das willst.

Ich werde dich immer so lieben, wie du bist.

Deine Mama.

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Und ab ans Meer…

…ne, wenn ich ehrlich bin fahren wir nicht ans Meer. Wir machen uns am Wochenende auf ins schöne Elsass, nach Obernai, und werden Johann´s Kita-Ferien ordentlich mit Urlaub nutzen.

Ein bisschen aufgeregt bin ich schon, es wird der erste Urlaub mit Johann und wie ich mich kenne haben wir alle zu wenig zum anziehen (vor allem Johann).

Um dem vorzubeugen verbringe ich grade ein bisschen mehr Zeit im Arbietszimmer um Johann mir ein paar Kleider und Röcke für den Urlaub zu nähen.

Bin ich egoistisch? Wahrscheinlich. Aber auf der anderen Seite kommen wir noch bei Petit Bateau im Outlet vorbei – vielleicht hat Johann da mehr Glück als bei seiner Mutter, die lieber Dinge für sich selber macht.

Irgendwie hat es mir die Farbe Blau zur Zeit sehr angetan. Was total komisch ist – ich mag Blau eigentlich nicht. Ironischerweise hatte ich aber unendlich viel blauen Leinenstoff und dunkelblauen Jersey. Da muss man sich auch nicht weiter wehren. Der maritime Look ist zwar in Frankreich schon wieder out, aber ich bin ja eh nicht so der Mitläufer (Kennt ihr Ed Sheeran? Den habe ich grade für mich entdeckt. Dann habe ich im Radio gehört, dass er seit 5(!) Jahren auf Tour ist. FÜNF JAHRE!) Ja, wo war ich? Der maritime Look. Und eigentlich habe ich darüber schon zu lange geschrieben um die Kleider nun nicht zu zeigen.

Einmal das marinefarbene was hier wirkt wie schwarz

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Und das besagte aus blauem Leinen, kombiniert mit Ringeljersey…

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IMG_7075…und ner Schleife vorne dran.

Tragebilder gibt es nicht. Aus ästhetischen Gründen. (Ich habe da mal wieder so ein kleines Problem im Gesicht).

Zu den total maritimen Kleidern (mit denen ich wirklich sehr glücklich bin) kommt noch ein dunkelblauer Rock mit Unterrock.

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Der Rock ist aus 2 Hemden meines Vaters entstanden und ich mag, dass es beides dunkelblaue Stofe sind, jedoch ganz unterschiedlich. Die Idee für den Rock hatte ich mal wieder von Pinterest. (Mist, den genauen Pin finde ich nicht).

Aber ich kann es mal kurz „anreißen“ – also der Rock besteht aus 3 Hemdärmeln, 2 Vorderseiten und einem Rückenstück.
Ich habe sie ungefähr nach dem Schnittmuster zugeschnitten, das ich mir mal selber für einen Tellerrock gemacht habe (Anleitung gibt es z.B. hier) und zusammengenäht. Dann habe ich den Saum umgenäht. Den Gummizug habe ich danach in einen Bund eingenäht und (dummerweise erst dann) den Tüll angenäht. Das nächste mal mache ich das in einem Schritt, der Rock sah allerdings ohne Tüll aus wie ein totgeschlagenes Frettchen.

Hier mal superschicke Tragebilder als Spiegelselfie:

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Und just in diesem Moment merke ich mal wieder, dass ich unbedingt einen Fotograf brauche. Spiegelselfies sind sowas von 2014.

So. Zurück zum Thema: Ich bin nun total gut auf 25-30 Grad eingestellt, habe aber mal wieder nicht daran gedacht, dass es manchmal im Elsass kalt ist. Und regnet. Wahrscheinlich noch genau in meinem Urlaub. Um dem Frieren vorzubeugen (und da ich leichte Strickmode im Sommer grade für abends super finde), habe ich mich ein bisschen im Netz umgeschaut. Was zu Kleidern und Rock passen würde wäre zum Beispiel ein Strickblazer – weiß jemand Schnittmuster für so etwas von euch Näherinnen?

So und damit es auch schön aufgeräumt ist, wenn wir wiederkommen beginne ich nun mit dem großen Aufräumen. Oder ich warte, bis Johann wieder im Kindergarten ist – dann lohnt es sich wenigstens ;)

xoxo, Nora.

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Lieber Johann,

mein liebes, süßes Kind.
Weißt du eigentlich, wie glücklich du mich machst? Dein lautes Lachen, dein Vor-Freude-Krischen und dein liebes Wesen verzaubern mich jeden Tag aufs Neue.

Ich bin, so wie jede Mama der festen Überzeugung, dass du das liebste Kind bist. Du bist so herzlich, so ehrlich, so witzig und du wirst so geliebt und ich liebe es, wie du genau das genießt und immer einforderst, wenn du es brauchst. Ich liebe die Art, wie du mein Gesicht in deine kleinen Hände nimmst um mir etwas zu erzählen, wie du abends meinen Arm streichelst wenn du einschläfst und wie das letzte abends und das letzte morgens immer nur ein Wort ist: Mama.

Ich hoffe so sehr, dass du immer so leicht leben wirst, so glücklich, dass du dich an deine Kindheit voller Freiheiten und Abendteuer erinnern wirst. An manchen Tagen bin ich so froh, dass wir aufs Land gezogen sind, dass ich es nicht fassen kann. Neulich, als ich dich morgens gesucht habe, saßt du mit deinem Schlafanzug im Sandkasten. Du bist einfach raus und hast gespielt. So etwas wäre in der Innenstadt unmöglich gewesen, dort hättest du noch nicht mal alleine in den Hausflur gehen dürfen.

Du nimmst deine Natur um dich herum so genau wahr, du erklärst mir jetzt schon ganz viel über Blumen und Tiere und dass du Papa ein Stückchen Rinde mitnehmen magst damit er dir ein Bötchen bauen kannst, was du auf dem See schwimmen lassen kannst.

Als ich Mutter geworden bin, hatte ich oft Angst vor dem was da kommt. Ich hatte so viel Angst, dass ich manchmal Angst hatte, dass du Angst bekommst vor dem Leben und vor allem, was passieren wird.

„Angst verändert deinen Körper wie ein ungeschickter Bildhauer einen perfekten Stein. … Nur, dass du von innen behauen wirst und niemand sieht, wie viele Splitter und Schichten dir abgeschlagen werden. Du wirst innerlich immer dünner und instabiler, bis dich sogar das kleinste Gefühl umwirft. Eine Umarmung, und du denkst, du zerbrichst und bist verloren.“ (Zitat aus „Das Lavendelzimmer“)

Ich möchte, dass du weisst wer du bist, dass du immer weißt, dass du das besonderste Kind auf dieser Welt bist, dass du mein Sonnenschein, mein Leben und meine ganze Liebe bist. Dass man oft mutig sein muss, aber dass man keine Angst haben muss. Johann, du hast dein ganzes Leben noch vor dir und ich wünsche dir, dass es dir für jede schlechte Stunde ein Leben voller guter Stunden schenkt.
Ich wünsche mir, dass du deine Gabe, die Menschen in deinen Bann zu ziehen, niemals, niemals, niemals verlieren wirst. Dass du es weiterhin schaffst mit der Liebe, die du schenkst, ein Vielfaches der Liebe zurück zu bekommen.

Ich freue mich auf jede Sekunde mit dir.

Du bist das Beste, was mir jemals passiert ist.

Deine Mama.

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