Liebster Johann.

Mein kleiner Schatz.
Du bist jetzt 10 Monate und 3 Wochen alt. Jetzt bist du länger ausserhalb meines Bauches als drin.

Jeden Tag sehe ich dich an und denke mir, dass ich nicht glauben kann so etwas tolles wie dich hinbekommen zu haben. Du bist so eine starke kleine Persönlichkeit, die jetzt schon ganz genau weiß was sie will. Wenn du strahlst, dann geht die Sonne auf. Du bist so ein lieber, braver Junge. Zumindest, wenn ich in deiner Nähe bin.

Bald wirst du laufen, deine ersten Sekunden im freien Stand hast du schon hinter dir und auch die ersten Stufen hast du schon erklommen. Du liebst Spinat und Himbeeren. Und Bananen. „Banana“ war auch das erste Wort, was du bewusst zu mir im Supermarkt gesagt hast. Ich bin vor Schreck fast umgekippt.

In 5 Wochen hast du Geburtstag, dann wirst du schon ein ganzes Jahr. Es ist mir so als sei es gestern gewesen, dass ich dich im Arm hatte, ein kleines, warmes Bündel und jetzt bist du schon so groß.

27. Mai 2013

27. Mai 2013 – kurz nach dem Kennenlernen

Sei mir nicht böse, wenn wir deinen Geburtstag dieses Jahr klein halten. Ich backe dir einen Kuchen mit Himbeeren und du darfst ein riesen Stück essen und dann gehen wir in den Zoo. Wenn du einmal diese Briefe liest, wirst du das nicht mehr wissen, aber ich werde dir hoffentlich Bilder zeigen können.

3 Tage nach deinem Geburtstag wirst du getauft und wir freuen uns schon alle total auf die Taufe, vor allem dein Patenonkel.

Bitte verzeih mir, mein Kleiner, dass ich manchmal mit dir schimpfe, an einigen Tagen verliere ich die Nerven. Und obwohl mir selber der Ansatz von Maria Montessori so gut gefällt, an manchen Tagen kann ich nicht auf Augenhöhe mit dir ruhig reden, dafür fehlt mir manchmal die Kraft.

Glaube mir, kleiner Schatz, so wie du jeden Tag versuchst besser im krabbeln und selber essen zu werden, so versuche ich jeden Tag, dir eine bessere Mama zu werden. Du bist mein kleines Baby und vor dir kannte ich all das nicht also sieh mir bitte Fehler nach. Denn eines musst du wissen, mein Schatz: Du bist das Menschlein auf der Welt, das ich am allermeisten liebe. Du bist mein größtes Glück und all mein Stolz. Du machst mich zur glücklichsten Mama der Welt.

Egal wo ich bin, egal was ich tue. Meine Gedanken sind immer bei dir.
Du glaubst nicht, wie lieb ich dich habe.

10000 Küsschen von deiner Mama.

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Muttersein. Nie wieder allein.

Mutter zu werden hat für mich etwas aus der Grundschule. Man muss sich finden, sich beweisen und man versucht verzweifelt diesen Weg nicht alleine gehen zu müssen.

Genau das habe ich gedacht, nachdem ich diesen Artikel geschrieben habe. Und weil es für mich eine Art Zusammenfassung desselben ist, stelle ich das mal als Intro an den Anfang.

Seitdem ich eine Mama bin hat sich für mich so viel verändert. Die größte Veränderung haben dem Kind ist das Zu Hause bleiben.

Früher habe ich jeden Tag meine Freunde gesehen und am Wochenende war ich immer unterwegs. Es wurde telefoniert und geskypt und gechattet was das Zeug hält und seit Ewigkeiten habe ich mich dazugehörig gefühlt. Ich war ein normaler Mensch mit normalen Freunden.

Mit dem Schwangerschaftstest haben sich auf einmal die Dinge (schlagartig) geändert. Ständig wurde man bemitleidet weil man keinen Alkohol mehr trinken konnte und mit wachsendem Bauch schrumpfte das soziale Umfeld.

Natürlich war das mit Baby dann auch nicht viel einfacher obwohl ich immer versucht habe viel zu unternehmen mit Johann.

Ich habe übers Internet ein paar Mamas kennengelernt und mich auch das ein oder andere Mal getroffen, was ich immer sehr genossen habe. Jedoch hatte ich nie das Gefühl irgendwo dazuzugehören.

Ich weiß nicht ob vieles Einbildung ist aber manchmal komme ich mir ausgegrenzt vor.
Vielleicht ist es, weil ich einen Sohn habe und die meisten, die ich kenne, gerade Mütter von Mädchen geworden sind. Vielleicht weil ich eine andere Einstellung zu Erziehung habe. Oder vielleicht weil ich den falschen Eindruck auf Menschen mache. Ich weiß es nicht.
Ich bin oft zu aufgeregt wenn ich neue Leute kennenlerne und bin dann zu ruhig. Durch Johann hat man zwar immer ein Gesprächsthema, aber man kann ja auch nicht immer nur über sein Baby reden.
Dabei sind Johann und ich sehr nette Gesellen. Wir sind freundlich und wir reden auch niemanden in seine Erziehung rein.

Und wieder einmal merke ich, dass sich seit früher nichts verändert hat. Man macht mal hier mit und man macht mal da mit aber so richtig irgendwo ankommen fühlt sich anders an.

Ich habe zu meiner Schwägerin mal gesagt: „Wenn das Baby da ist, dann bin ich nie wieder alleine. Dann habe ich jemanden, der immer da ist.“ Sie, trocken wie immer hat geantwortet: „Oh Gott, bitte werde nicht eine von denen, dessen bester Freund ihr eigenes Kind ist.“

Irgendwie muss ich heute noch darüber lachen, obwohl es schon eigentlich nicht sonderlich lustig ist.

An manchen Tagen vermisse ich meine Freunde so schrecklich. Ich denke daran zurück, wie wir uns vorgestellt haben, dass sich nicht viel ändert wenn ein Kind da ist. Romantische Vorstellungen wie aus „How I met your mother“ oder „friends“ – wir würden uns abends in der Lochung treffen, DVD-Abende machen, kochen, trinken, lachen. Am besten noch alle zusammen in Urlaub fahren.

Die Wahrheit aber ist: Menschen mit Kinder sind schrecklich. Sie sind müde und gestresst. Sie freuen sich über volle Windeln oder Bäuerchen. Sie streiten sich um Babynahrung oder Schlafsackmarken.
Junge Eltern können nur Eltern mit Kind verstehen. Denn ich glaube, dass das erste Jahr ein Ausnahmezustand ist.

Entgegen all meiner Erwartungen umgebe ich mich gerne mit Menschen, die schon Kinder haben. Ich höre mir gerne an, wie das alles bei ihnen war, wie die Kinder groß geworden sind, welche Probleme oder welche tollen Sachen es gab. Ich kann aus solchen Erzählungen nur profitieren und versuche auch, möglichst gelassen mit meinem Kind umzugehen.

Irgendwie tröste ich mich damit, dass es spätestens an Elternabenden im Kindergarten Kontakt zu anderen Mamas gibt. Vielleicht finde ich auch eine, die mit mir meiner romantischen Vorstellungen von Kaffee und Kuchen am Mittag bis in den frühen Abend nachgeht. Dabei werden die Kinder beobachtet und abends macht man dann zusammen mit den Männern eine nette Grillrunde.

Hört sich das denn wirklich so unwahrscheinlich an?

xoxo, nora.

 

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Ein Portrait meines Sohnes

Oh Jesses!
Ich habe meine guten Vorsätze ja lange eingehalten.
Da sieht man mal, wie chaotisch es hier zugeht. Aber das heißt ja nicht, dass es keine Bilder mehr von Johann gibt.

Hier ist er. Gut gelaunt wie meistens.

meloneDie Melone hat er von seiner Freundin Britta bekommen (Na gut, sie ist die Freundin meines Cousins, das scheint ihn aber nicht weiter zu stören). Er liebt Britta und Melone.

xoxo, Nora.

 

P.S.: Die Kommentar-Funktion schient kaputt zu sein. Es wurde sich nun darum gekümmert. Ich hoffe, dass alles wieder funktioniert.

 

 

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