Archive for the ‘Hören & Lesen’ Category

Kinder können so schrecklich sein. Vielleicht nicht alle. Aber ganz schön viele. Oder Teenager. Die sind meist besonders schlimm. Sie suchen sich immer einen aus, der Leiden kann für die Dinge, die sie selbst so sehr an sich hassen.


Casper — So Perfekt – MyVideo

Ich weiss nicht mehr, wann diese ganze Sache angefangen hat. Der menschliche Verstand hat ja die Eigenschaft, sich selber zu schützen und Dinge zu verdrängen. Wahrscheinlich war es schon früher aber meine ersten Erinnerungen bin ich das erste mal weinend nach Hause gelaufen in der 5. Klasse.

Ich bin mir nicht mehr, was die Kinder mit mir gemacht haben, es hatte bestimmt etwas mit meinen roten Haaren zu tun, aber ich habe es nicht mehr ausgehalten. Im ersten Halbjahr der 5. Klasse bin ich jede (JEDE!) Pause nach Hause gefahren und wollte nur da bleiben. Was hätten meine Eltern auch anderes machen können, als mich wieder hinzuschicken? Nichts.

Bei uns auf dem Gymnasium gab es zwei große Mädchencliquen. Ich gehörte keiner von ihnen an. Warum? Keine Ahnung. Ich war nicht hochnäsig noch dumm noch gemein zu den anderen. Meine beste Freundin war in solch einer Clique. Und so kam es, dass wir jeden morgen zusammen zur Schule fuhren und ich dann am Fahrradständer zurückgelassen wurde. Wenn irgendwer uns beide zusammengesehen hat, hat sie meist so getan, als seien wir uns zufällig über den Weg gelaufen. Zu diesem Zeitpunkt waren wir 10 Jahre befreundet.

Es war damals so schrecklich zu wissen, dass ich die Aussenseiterin war. Klar, es gab immer jemanden, mit dem ich die Pause verbracht habe, aber es gab keine Konstante in dieser Zeit.

Ich habe mich immer und immer wieder gefragt, ob das an mir liegt, ob ich jemandem peinlich wäre oder was das Problem sei. Ich habe immer wieder versucht, mich zu integrieren, habe mich dazugestellt oder über Themen geredet, die mich nicht interessieren und sogar angefangen, über andere zu lästern.Das ist etwas, was ich heute noch bereue…denn ich bin nicht so.

Nach ca. einem Jahr habe ich mich verliebt. Dummerweise in den Ex-Freund meiner besten Freundin. Auch das ist etwas, was ich heute nicht mehr tun würde. Aus Respekt und Anstand. Ich hatte immerhin so viel, ihr es direkt zu erzählen und sie versicherte mir sie hätte (anscheinend) auch kein Problem damit. So dachte ich zumindest.

Mein Freund hat dann die Schule gewechselt und die Dinge nahmen ihren Lauf.
Von den Mädchen gemieden (naja, wer schnappt sich denn auch den Ex-Freund der besten Freundin?) und von den Jungen als Kumpel behandelt zogen die Jahre ins Lande un näherten sich dem Abitur. Ich fand neue Freunde, eine Stufe unter mir und es entspannte sich langsam alles.

Bis zu dem Punkt, als die Abi-Abschlussfahrt geplant wurde. Alle waren total aufgeregt und haben sich überlegt, wer mit wem in ein Zimmer geht und für mich war es klar, meine beste Freundin zu fragen. Das war auf jeden Fall die dümmste Idee, die ich je hatte. Und eine der schmerzlichste Enttäuschungen, die ich machen konnte.

Ich bin mir nicht mehr 100%ig sicher, was sie sagte. Ich meine so etwas wie “Nora, meine Freundinnen und ich, wir haben schon ein Zimmer und wir müssen da noch warten, ob dieunddie noch mit reinkommen mag. Wenn nicht, kannst du eventuell. Aber eher nicht.”

Wie abgesprochen, haben das fast alle gesagt.

Da meine Eltern das Geld schon bezahlt haben, musste ich ja mit (das war echt teuer) und ich habe mich nicht getraut, dieses Geld für nichts und wieder nichts von meinen Eltern bezahlen zu lassen.

Mein Vertrauenslehrer (ich liebe ihn heute noch dafür!!!) hat anscheinend irgendetwas gemerkt und mich darauf angesprochen. Ich habe ihm irgendeine fadenscheinige Ausrede gegeben, dass ich eigentlich nicht mitkommen könnte, weil meine Eltern in der Zeit im Urlau seien und ich auf meine Katze aufpassen müsste. Und habe – ganz nora-like – angefangen zu weinen.

Was er dann sagte, werde ich niemals vergessen “Nora, wenn deine Katze alleine ist – und vielleicht auch traurig– und nicht weiss, was sie machen soll…dann musst du auch nicht mitfahren.”

Ich weiss nicht, ob er es auf mich bezogen hat…aber ich stelle mir das gerne vor :)

Dass ich beim Abschlussball keinen Tisch bei meinen “Freunden” hatte, sondern mit meiner Familie (und Michi) muss ich wahrscheinlich nicht erzählen. Und dass ich nach der Zeugnisvergabe auch gleich wieder gegangen bin auch nicht weiter ausführen.

Wenn ich heute an die Schulzeit denke, habe ich eine handvoll schöne Erinnerungen.

Das ist ok. Wirklich.

Ich bin auch heute nicht mehr traurig, dass ich mit fast keinem dieser Menschen mehr Kontakt habe. Ich meine…warum?
Wenn ich darüber nachdenke dann weiss ich, dass ich solche Menschen weder in meinem Freundeskreis haben will noch ertragen könnte.

Und wenn ich daran denke, dass meine Kinder mal so etwas machen würden, dann wird mir ganz schlecht.

Aber wenn die Eltern schon gegen solche pubertären Züge nichts tun können, dann werde ich hoffen, dass meine Kinder stark genug sein werden und solchen charakterlosen Menschen die Stirn bieten. Und sich nichts daraus machen werden, wenn sie einmal in diese Situation kommen.

Ich werde ihnen erklären, dass es einen nicht umbringt. Es macht einen stärker. Und am Ende werden sie sich niemals fragen müssen, ob sie jemals nicht sie selbst gewesen sind.

Frei nach dem Motto:

“…doch wenn schon scheiße Tanzen dann so, dass die ganze Welt es sieht  – Mit Armen in der Luft, beiden Beinen leicht neben dem Beat “

 

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02 Just the Way You Are

Warum dieser Post so heißt, dazu kommen wir später.

Ich hatte gestern Abend beim Zähneputzen und abschminken über ein Gespräch nachgedacht, das ich neulich mit jemandem geführt habe.

Leider bin ich nicht mehr darauf gekommen, wer es war, ich glaube, es war bei einer Party.

Es ging darum dass mich das Mädchen gefragt hat, ob ich lieber glatte Haare hätte – weil man ja immer das will, was man nicht bekommen kann.
Zu ihrer Verwunderung habe ich Nein gesagt.

Ich meine…warum auch? Ich bin zufrieden.

Und so fingen meine Gedanken an rumzuschwirren. Ich bin wirklich zufrieden und glücklich mit mir.

Ich rede mit so vielen Menschen die sagen sie wären zu dick, zu klein, sie wären gerne schlauer, schöner, toller, größer, dünner und was weiss ich nicht alles.

Ok, wenn man mich nun fragt, ob ich Lust hätte Bikini-Aufnahmen für den Otto-Katalog zu machen, würde ich auch sagen, dass die Wahl wahrscheinlich besser auf jemand anderen fallen würde, aber das liegt einfach daran, dass ich keinen Sport mache.

Warum nicht? Weil ich keine Lust darauf habe. Ich finde, und ich weiss, das sollte man gar nicht laut sagen, dass ich besseres zu tun habe. Ich treffe mich lieber mit Freunden, bastel was oder schaue mir nen guten Film an.
Das ist meine Lebensqualität und nur, wenn man 100% dahinter steht, kann man auch zufrieden sein, denke ich.

Damit verurteile ich weiss-Gott-niemanden, der das gerne macht. Aber ich mach es halt nicht gerne.

Man sollte eh nicht so viele Dinge machen, die man gar nicht will.

“Ich muss dies”, “ich muss das”…das geht mir auf die Nerven. Ich muss gar nichts. Ok, klar, ich muss arbeiten um meine Miete zu zahlen und schlafen und essen und so, aber ich muss nicht bei Bekannten von Bekannten von Freunden einen guten Eindruck hinterlassen, wenn ich auf ein Kaffee-Trinken gehe, wo ich eigentlich nicht hin will.

Ich denke, wenn man mit sich selber im Reinen ist, dann kann man auch sagen, dass man da keine Lust drauf hat.

Und manchmal braucht man dazu ein bisschen Hilfe – bei mir war es Felix, der mir ein großes Stück dabei geholfen hat.
So eine Art “Hilfe zum sich-selbst-lieben”.

Mein Ex-Freund war einer von der Sorte, der immer sagte…”Mach mal Sport, dann würde es dir auch besser gehen”, “Trink nicht so viel mit deinen Freundinnen, das nervt” usw.
Kein Wunder, dass ich mich immer schlechter gefühlt habe. Irgendwann wusste ich gar nicht mehr, wer ich selber bin, weil ich so sehr versucht habe, das Mädchen zu werden, was er wollte.

Zu der Zeit habe ich Felix kennengelernt und viel mit ihm darüber geredet…wer ich bin, was ich gerne mache und was ich möchte.

Nichts davon war in meinem damaligen Leben so, wie ich es beschrieben habe.
Aber Felix mochte wohl genau diese Seite.

Als wir dann ein paar wurden war ich in der ersten Zeit noch total unsicher und wusste gar nicht, mit ihm umzugehen.
Das einzige, was er immer und immer wieder sagte und auch heute noch sagt “Ich mag dich, genauso wie du bist”.

(Danke, Felix).

Und wisst ihr was?
Ich mag mich auch wieder. Ich kann ein Wochenende auf dem Sofa liegen (auch bei Sonneschein), ich kann mit meinen Freundinnen bis 6 Uhr morgens um die Häuser ziehen, ich kann auch an solchen Abenden mal rauchen wie ein Schlot, ich kann mir auch abends eine Pizza bestellen und das alles auch genießen. Ich mache mir keine Gedanken darum, dass ich grade 3000 Kalorien gegessen habe…weil es hat ja geschmeckt :)

Und eigentlich geht´s doch nur darum.

Genuss = Liebe.

Zumindest für mich.

Und ich genieße mein Leben in vollen Zügen.

P.S.: Falls jemand denkt, dass ich eine große Berg- und Talfahrt mitmache, weil ich letzte Woche so deprimiert geklungen habe, der täuscht sich. Privates und “Privates” ist ein himmelweiter Unterschied ;)

 

 

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Das ist wirklich ein neues Thema für mich: Verzeihen

Ich gebe es zu: Ich bin sensibel.
So unglaublich sensibel, dass ich nicht schlafen kann, wenn mir etwas auf der Seele liegt.

Ich habe immer die Erfahrung gemacht, dass jeder, der mich genauer kennt, mich bei gewissen Themen mit Samthandschuhen anfasst und dass es dann auch das einzige ist, wie ich behandelt werden will.

Aber das funktioniert irgendwie nicht immer. Oder nicht mehr. Ich weiss es nicht.

Das schlimme an mir ist diese gewisse Sache, dass ich sensibel und nachtragend bin. Und ich kann sehr schlecht bis gar nicht verzeihen. Ich weiss, dass das keine Tugend ist. Aber so bin ich.

Es gibt Menschen, die mir bestimmt Sachen nicht sagen, weil sie denken, ich würde sofort ausflippen. Und dann – im Nachhinein bin ich böse, weil ich das Gefühl habe, mir wurde etwas verschwiegen oder  – im schlimmsten Fall – angelogen.

Und dann haben wir den Salat.

Vor kurzer Zeit ist genau diese Situation eingetreten.
Und ich war wütend. und enttäuscht. Und sauer. Richtig, richtig sauer.

Meine Mama hat mir als Kind schon Lügen ausgetrieben.

Das das so aus:

Mama: “Nora, lügst du gerade?”
Nora: schüttelt den Kopf
Mama: “Nora, du weisst, ich kann sehen, wenn du lügst. Lass mal deine Nase fühlen. Die ist sicher ganz warm und dann weiss ich, dass du lügst.”
Nora: dreht den Kopf weg, dass Mama nicht an der Nase fühlen kann
Mama: “Nora!”
Nora: “Tschuldigung, Mama.”

Ja, meine Mama wusste immer alles. Ich weiss nicht, wie Mütter das machen ;)

Also auf jeden Fall KONNTE ich mein ganzes Leben nicht lügen (zumindest nicht, ohne man das nicht sofort gesehen hat ;)) und ich bin immer besonders fassungslos, wenn man mich anlügt.

Ich habe oft mit meiner Mutter über dieses Thema gesprochen und wir waren uns einig: Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, und wenn er auch die Wahrheit spricht.

Aber nun zurück zum Thema: Ich wurde also angelogen und war böse. Es war, als würde ein böser, dicker, schwarzer Elefant neben mir herlaufen. (;))

Das lustige an der ganzen Sache war aber, dass ich mir darüber sehr sehr viele Gedanken gemacht habe und mir selber eingestanden habe, dass das viel zu viel Energie raubt. Ich habe eigentlich besseres zu tun als sauer zu sein. Und ich mag das einfach auch nicht.

Und dann habe ich mir einen Ruck gegeben.

Es gab ein Gespräch, ich habe mir das “Warum” der Lüge anhört und eine Entschuldigung angenommen.

Einfach so. Und ich fühle mich besser :)

Vielleicht gibt es nicht nur Schwarz und Weiss. Vielleicht liegt noch unglaublich viel dazwischen, was man erst sieht, wenn es einem erklärt wird.

Und vielleicht kann man mit 28 noch soche existenziellen Sachen dazulernen.

 

Habt einen schönen Freitag :)

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Heute Morgen war es wieder soweit. Eine ganz banale Sache, die mich zum Nachdenken gebracht hat. Ich stand vor meinem Schrank und wollte meine Lieblings-Strickjacke anziehen.
Dann dachte ich…”Ach, nee, doch lieber nicht, am Sonntag bist du auf der Taufe eingeladen und dann magst du sie anziehen, spar sie dir lieber auf.”

Ich erwische mich in letzter Zeit oft dabei – zu oft – zu sagen “das ist zu gut, das ist zu lecker, das ist zu schön, warten wir auf einen richtigen Augenblick”. Und ich spars mir auf.

Wie das letzte Mal, als ich mir einen Pudding so lange aufbewahrt habe, bis er schlecht war.

Was ist denn, wenn ich heute vom Auto überfahren werde? Dann bringt es mir auch nichts, dass ich noch einen leckeren Pudding im Kühlschrank habe oder meine schöne Strickjacke im Schrank. Oder meine teure Abi-Uhr, die ich mich nie traue, anzuziehen. Und dann bringt mir mein Massage-Gutschein, den ich seit mehr als einem Jahr aufbewahre und dann einlösen mag, wenn ich so RICHTIG verspannt bin, gar nichts.

Ich denke immer, dass eines Tages der Tag kommt, an dem ich mich ändere und Sachen anders sehen werde. Das stimmt aber nicht. Ich bin 28 und ich denke nicht, dass sich Menschen dann nochmal komplett verändern. Ich werde immer zu vorsichtig sein, immer warten, warten auf etwas, was vielleicht nie eintrifft.

Ich bin einer der Menschen, die abends früher nach Hause gehe wie andere, damit ich am nächsten Tag “mehr vom Tag” hab. Und am nächsten Tag hab ich überhaupt nicht mehr vom Tag, weil ich dann meistens total verkatert bin. Und die beste Hälfte des Abends ganz bestimmt versäumt habe.

Und dann sagt man sich sowas wie…”Nora, du hast noch dein ganzes Leben Zeit, zu feiern, dich hübsch anzuziehen, Kinder zu kriegen, Blödsinn zu machen, lecker zu Essen und so weiter.”

 

Und was ist, wenn es nicht so ist?

Sollte man nicht doch jeden Tag so leben, als sei es der letzte Tag?
Und sollte man sich nicht Zeit nehmen für das, was einem wichtig ist und auch mal Fünfe grade sein lassen?

Und sollte man nicht einfach seine schönsten Klamotten anziehen um…naja, egal für was. Sondern nur für sich selber.

Man wird nicht jünger – Und um sein Leben lebenswert zu machen, muss man vielleicht auch mal den Kopf ausstellen und sich nicht immer aufsparen.
Weil eines Tages…ist man vielleicht zu alt für diese ganzen Sachen ;)

 

Einen schönes Wochenende.

Genießt es ;)

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