Von schlechter Laune und Menschen, die immer was wollen.

Ich habe grade eine semioptimale Zeit.

Es fühlt sich an wie Aneinanderreihung von Tagen, wo ständig das Brötchen auf die Butterseite fällt. Wo nichts gelingen kann und ich einfach in einer Blase danebenstehe und mir sogar die Kraft fehlt, mich aufzuregen. Hinzu kommt, dass ich mich gerade unattraktiv und unlustig und ein bisschen überfordert fühle.

Nichts macht mich so richtig zufrieden und nichts geht einfach von der Hand.

Eigentlich hilft mir dann immer nur eins: Schlafen. Richtig! Ich schlafe meine schlechte Laune weg. Dem ist aber gerade einfach nicht. Ich lege mich ins Bett und das Kopfkino geht los. Ich mache mir über so viele Dinge Gedanken und wenn ich einmal eingeschlafen bin, habe ich die übelsten Albträume.

Ich weiß nicht ob es am Wetter liegt oder der Sternenkonstellation oder was auch immer – aber ich merke, dass viele Menschen schlecht drauf sind und ich als stille und, in solchen Zeiten inntrovertierte Person immer auch noch die schlechte Laune von den anderen abbekommt.

Menschen, die sich sonst nie melden schreiben mir E-Mails, ob ich nicht dies und das und jenes (natürlich ohne Bezahlung) für sie erledigen kann.

Ich meine…natürlich ich bin Mediengestalterin! Eigentlich kann ich alles. Ich kann auch aus einem 72dpi, 240kb-Bild ein 2x3m großes Poster in Druckqualität drucken!

Es ist nicht nur so, dass das nicht geht, das ist eine Frage.
Aber es geht einfach nicht unter solchen Umständen. Eine Freundin, die sich immer nur bei mir meldet, wenn sie etwas will und auch nichts dafür bezahlen will…die soll sich mit solchen Dingen nicht an mich wenden.
An Tagen, wo ich gut drauf bin, geht das ja mal. Aber an Tagen wie diesen denke ich „Ich bin weder die Wohlfahrt, noch habe ich Lust dazu.“

Ich gehe Vollzeit arbeiten, habe einen Haushalt, einen Shop und auch noch ein Privatleben, das ich pflegen will.
Ich bin einfach nicht der Typ „eine Hand wäscht die andere“.
Das hat nichts mit Unfreundlichkeit meinerseits zu tun sondern eher, dass ich von niemandem etwas brauche. Ich versuche Dinge immer selber zu lösen, bezahle für das, was ich habe, sei es ein Auto oder sonstige Dinge mein hartverdientes Geld.

Wenn man sich mal bei mir meldet und sagt…“Hey! Ich habe dich lange nicht gesehen, lass uns doch mal was machen!“…dann freue ich mich wirklich mehr, als wenn man mich anschreibt und will, dass ich bei einem Umzug helfe.

Für viele hört es sich sicher an, als sei ich egoistisch. Das bin ich weiß-Gott nicht.
In solchen Zeiten denke ich immer daran, mich bei meinen Freunden zu melden, auf der anderen Seite möchte ich sie auch nicht mit meinen erste-Welt-ich-bin-schlecht-drauf-und-habe-schlecht-geschlafen-Problemen nerven.

Also mache ich das auf der Arbeit. Und zu Hause.
Ich habe glücklicherweise ganz ganz liebe Kollegen die mich mit Mars-Eis und Kaffee aufheitern und zu Hause ist Felix, der sich liebevoll über meine schlechte Laune lustig macht (ironischerweise muss ich dann über mich selber lachen).

Aber schlechte Laune ist wie Schnupfen: Man kann etwas dagegen nehmen um sie abschwellen zu lassen, aber es muss ausheilen. Und das dauert.

Ich nerve mich selber mit dieser Laune und nun, nachdem ich auch all meine Leser darüber informiert habe, geht es mir zwar nicht wirklich besser…aber irgendwie muss ich jetzt doch lächeln.

Felix wird mir sicher gleich eine SMS schreiben in der drin steht „Du bist echt eine olle Motzkuh“.
Und jetzt habe ich auch was, auf das ich mich ganz ehrlich freuen kann.

 

Danke für´s Lesen.

XOXO, NORA

 

 

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