Privatsphäre

Ich hatte schon sehr lange vor, darüber mal zu schreiben, war mir aber immer unsicher, ob das sooo interessant ist. Aber ich habe gestern in der Süddeutschen einen Artikel gelesen über das Aussteigen aus Facebook. Dieser Artikel hat mich dann doch schlussendlich dazu gebracht, einmal meine Meinung dazu auf meinem Blog zu sagen. Auch wenn es danach vielleicht Kritik ohne Ende hagelt.

Eine Geschichte in dem Artikel handelte darüber, dass ein Mann aus Facebook ausgestiegen ist und auf einmal viel mehr Zeit für andere Dinge hatte. Dass er Kaffee trinken konnte und in Urlaub fahren und was weiß ich was, ohne dabei im Facebook zu schauen, was seine Freunde machen. Und er beobachtete im Café eine Frau, die ihre Zeit mit Facebook totschlägt. Und dass er dann noch glücklicher war ein „Aussteiger“ zu sein. Ich würde einfach mal sagen: Ich finde das ganz toll für ihn. Es ist sein Recht, auszusteigen.

Und es ist mein Recht, es nicht zu tun. Ohne dass man denkt, ich sei ein Internet-Junkie. Das bringt nämlich mein Job eh mit sich mit.

Ich höre immer von vielen Menschen (Menschen die mich kennen und welche, die mich vorher noch nie getroffen haben), dass ich zu „offen“ mit dem Internet umgehe. Dass ich auf meinem Blog schreibe, ob es mir gut oder schlecht geht und dass man im Facebook sehen kann, wann ich mit meinen Freunden in der Kneipe stehe.

Jetzt mal ganz ehrlich: Was ist daran bitte schlimm?

Ich stehe dazu: Ich finde den Umgang mit dem Internet einfach und unkompliziert. Ich liebe das Zeitalter der Smartphones und den Gedanken, dass ich auch mit Menschen kommunizieren kann, dessen Handynummer ich nicht habe.

Ich gehe mit meinem Blog so um, wie mein Interesse, Blogs zu lesen: Viel über Handarbeit, viel Privates. Mich stört es nicht, wenn jemand weiß was in mir vorgeht. Ich bin ich und wenn ich mal nicht megagut gelaunt bin, dann bin das immer noch ich.

Und das sagt vielleicht einiges über mich aus, aber am Ende des Liedes wird doch sicherlich nur klarer, dass ich ein Mensch bin.

Ich hatte nie vor mit meinem Blog ein Bild von mir zu schaffen, das mich darstellt, als sei ich der positivste, glücklichste, zufriedenster Mensch der Welt (wobei ich das alles wirklich oft bin :)). Mein Blog ist meine Art, der Welt zu zeigen wer ich bin und was ich gerne mache und wenn einige Menschen sich darüber noch freuen, dann finde ich das supertoll.

Im Großen und Ganzen handle ich im Internet so, wie ich es mir von anderen Menschen wünsche. Ich tue niemandem weh, wenn ich stelle keine Fotos von Menschen online, die ich nicht vorher darüber in Kenntnis gesetzt habe bzw. mir dessen Erlaubnis eingeholt habe. Im Facebook habe ich kein öffentliches Profil sondern eins, was nur meine Freunde einsehen können.

Wenn jemand meiner Freunde weiß, dass ich grade Eis essen bin dann ist das für mich total ok. Wenn diese Leute das nicht interessiert, dann sollen sie es nicht lesen.

Felix sagte gestern zu mir, dass er neuerdings lieber Bilder per IMessage schickt, als sie im Facebook hochzuladen, damit er Leute nicht zumüllt. Ich finde zumüllen das falsche Wort. Ich schaue mit gerne Bilder von anderen an. Mich interessiert es, was Menschen machen.

Ein weiterer Artikel, geschrieben auf der Community-Seite der F.A.Z. beschreibt den Umgang mit Fotos im Internet.

Und das Fotografieren keine Kunst mehr sei, nein, eher reine Selbstdarstellung.
Nun, jetzt mal ganz ehrlich? Seitdem ich ein IPhone habe, fotografiere ich alles. Wirklich alles. Und ich denke, dass ich mit dieser Handlungsweise nicht alleine bin. Es ist aber nicht so, dass ich dann alles im Internet teile, sondern nur eine kleine Auswahl.

Und ich bin keine Fotgrafin, nein, aber ich habe die Möglichkeit Bilder zu tauschen. Ich liebe Apps wie Instagram, in denen man sehen kann (und zwar nur schauen, nicht lesen ;)), was andere Menschen machen und ausserdem liebe ich die Filter von Instagram. Wirklich.

Und deshalb schreibe ich viel und zeige viele Bilder. Weil mich interessiert, was andere machen. Und vielleicht interessiert es ja jemanden was ich mache.

Und eventuell kann ich das mit einem Foto – überzogen mit einem Filter der Fotografie aus einem anderen Jahrzehnt – im Facebook posten und mich dabei nicht schlecht fühlen.
Weil ich die Medien, die mir zur Verfügung stehen, ohne schlechtes Gewissen nutzen kann.

 

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