Lieber Johann,

mein kleiner, großer Maulwurf.

Du bist nun 4 Jahre und 3 Monate, wiegst ca. 18 kg und trägst Größe 110. Es ist offiziell. Du wirst zu schnell groß.

Vor 3 Wochen wurdest du operiert und es hat mir fast das Herz gebrochen, dass du das alles so schwer genommen hast. Im Aufwachraum, noch unter Narkose, hast du wie wild gezittert und furchtbar geschrien, als du wach wurdest. Es ist so schwer, das eigene Kind leiden zu sehen und nicht helfen zu können.

In den darauffolgenden Tagen haben wir alle wenig geschlafen und dich viel getröstet. Wir haben Toy Story 1–3 gesehen, gehört, gesehen und wieder gehört. Die Dialoge zwischen deinen Idolen Buz Lightyear und Woody kenne ich mitlerweile in und auswendig.

In den 3 Wochen, in denen wir öfters beim Arzt oder im Krankenhaus waren wie zuvor in deinem ganzen Leben, habe ich gesehen, wie vernünftig du bist. Du hast nie gequengelt, wenn wir warten mussten, sondern hast immer das Beste aus jeder Situation gemacht. Ich bin so stolz auf dich, weil ich weiß, dass du furchtbare Schmerzen haben musstest.

In den letzten 3 Wochen habe ich immer wieder gemerkt, dass du mir der Liebste bist, mit dem ich Zeit verbringe. Du kommst auf so lustige Ideen und wenn man einfach mal die Vernunft ausschaltet und in deine bunte Welt mit eintaucht, fühlt man sich selber wieder wie ein Kind mit einer Phantasie, die so grenzenlos ist.

Allerdings kommen jetzt die Momente, in denen man sich geehrt fühlen muss, wenn du sie mit mir verbringen möchtest. Du möchtest am liebsten alles alleine machen. Spielen, kochen, Wasser sprudeln, umziehen, anziehen, ausziehen und alleine raus gehen. Ich bin wirklich glücklich, dass es so kommt und glaub mir, ich unterstütze dich in allem was du tust und wenn du mal nicht weiterkommst, dann stehe ich hinter dir um dir bei allem zu helfen.

Gestern war einer von den Tagen, an denen wir den ganzen Tag gespielt haben. Und weißt du was? Das gibt mir so viel, dass ich heute strahlend durch die Gegend laufe. Als ob wir gegenseitig unsere Glücklichkeits-Akkus aufladen können.

Als du heute morgen mit deinem Bär zu mir geschlappt kamst und mir erklärt hast, dass du ihm nun erstmal die Zähne putzen müsstest, mussten wir beide so lachen. Aber du hast ja recht, alle putzen Zähne.

Dann hast du mich angesehen und mir erklärt, dass du uns nachts vermisst, wenn du schläfst. Ich kenne dieses Gefühl.
Ich vermisse dich immer.
Dein Papa auch.
Wir sind gerne mit dir zusammen und vor allem bei dir. Und weißt du warum? Weil du mit deiner Anwesenheit und deinem Witz und deinem Lächeln, deiner ruhigen und sensiblen Art so eine positive Atmosphäre schaffst, dass man nicht anders kann, als dich in deiner Abwesenheit zu vermissen.

Egal, was kommt, du bist immer mein Liebster. Und wenn noch ein Geschwisterchen kommen sollte, weißt du was du dann bist? Mein liebster Erstgeborener.

So einfach.

Meine Liebe zu dir wird niemals weniger, eher mehr, auch wenn ich das nicht fassen kann.

Du bist das Beste, was passieren konnte.
Und das wird immer so bleiben.
Du bist der tolltste Sohn der Welt und ich bin unendlich glücklich deine Mama zu sein.

10000000 Küsschen von deiner Mama.

Merken

Teilen

Dieser Eintrag wurde in Allgemein, Baby J., Briefe an den Sohn gepostet. Bookmark des permalinks.

Kommentar hinterlassen