Lieber Johann!

Jetzt bist du 5 Monate bei uns und ich kann mich immer weniger an die Zeit ohne dich erinnern.

Immer wenn ich dich anschaue denke ich, ich habe das ganze Glück mit dir doch nicht wirklich verdient. Natürlich weinst du gerade viel, wir vermuten deine Zähnchen kommen, aber das muss ja auch einen Grund haben. Manchmal möchte ich mitweinen, weil ich nicht weiß, was du hast, aber Gott sei Dank kann man dich auch immer wieder schnell zum Lachen bringen.

Und wenn du lachst, dann geht die Sonne auf. So sehr, dass die Leute auf der Straße stehenbleiben und dich anschauen. Am Anfang fand ich das schon sehr befremdlich, aber du flirtest auch einfach, was das Zeug hält. Du bist wirklich ein tolles Kind.

Jetzt kannst du dich drehen und mit ein wenig Hilfe auch schon sitzen. Wenn Mama oder Papa dann klatschen, freust du dich immer so sehr, dass du dir auf die Schenkel hauen musst.
Vor kurzem hast du Mama´s Haare für dich entdeckt. Du rupfst aber nie daran, sondern lässt sie durch die Fingerchen gleiten und freust dich. Das freut mich auch, denn niemand mag es besonders gerne, wenn man ihm an den Haaren zieht.
Damit hast du auch erst einmal kein Problem, dir sind nämlich leider alle deine dunklen Haare ausgefallen und es kommen langsam, ganz langsam blonde Haare zum Vorschein. Wer hätte das gedacht? Ich nicht. Ich war der festen Überzeugung, du bekommst rote Locken. Aber glaub mir mein Kind, das ist mir ganz egal, ich nehme dich immer so, wie du bist.

Und das tust du übrigens auch. Wie jede junge Mutter zweifle ich manchmal daran, alles richtig zu machen, aber du gibst mir jeden Tag das Gefühl. Solche Liebe kann man nicht vorspielen und dann, wenn du mich mit deinem umwerfenden Lächeln anstrahlst denke ich mir, alles falsch mache ich wohl nicht.

Lieber Johann, bald ziehen wir weg aus unserer schönen Wohnung, raus aufs Land, wo du etwas sorgenfreier großwerden kannst als hier. Dort hast du ganz viel Familie, viele Hunde und Katzen und andere Tiere zum spielen.
Du bekommst dein eigenes Kinderzimmer und ich hoffe, es wird dir gefallen. Du kannst immer raus gehen zum spielen, du kannst einfach aus der Tür in den Hof. Glaub mir, hier in der Stadt geht das nicht und auch wenn es mir schwer fällt, mein Veedel zu verlassen, weiß ich, ich mache gerade das Beste für dich.

Mein kleiner Schatz, du hast gar nicht mitbekommen, dass ich dir schreibe, du schläfst gerade friedlich in meinem Arm. Übrigens schläfst du so immer noch am besten – ganz nah bei Mama.
Foto am 30.10.13 um 09.53

 

 

 

 

 

 

 

 

Mein lieber Junge, ich hoffe ich komme bald öfters dazu, dir noch viele, viele Briefe zu schreiben und alles aufzuschreiben, was du so machst.
Denn es geht so schnell vorbei. Gerade lagst du noch als kleines Bündel auf meinem Arm und jetzt bist du schon ein richtiger Junge.

Ich freue mich auf jeden Tag mit dir. Mein Glück dich in meinem Leben zu haben ist so unbeschreiblich.

Du bist das Beste was passieren konnte, jeden Tag, ein Leben lang.

Deine Mama.

Teilen

Dieser Eintrag wurde in Briefe an den Sohn gepostet. Bookmark des permalinks.

3 Responses to "Lieber Johann!"

Kommentar hinterlassen