Liebes Baby.

Am Wochenende waren Mama und Papa auf dem Geburtsvorbereitungskurs und das hat dir ja anscheinend total gut gefallen. Manchmal gab es ein bisschen klassische Musik und es anscheinend doch kein Gerücht, dass kleine Babys im Bauch das mögen. Du auf jeden Fall.
Auch vor der Geburt habe ich nicht mehr ganz so viel Angst, ich denke wir beide bekommen das schon gewuppt. Auch vor den Schmerzen habe ich nicht mehr ganz so viel Angst…du wirst schon gut mitarbeiten, denn du willst ja sicher auch mal wissen, wer dich immer an den Füßen kitzelt, wenn du schläfst. (Keine Sorge, ich mache das nicht mehr, wenn du da bist….versprochen!)

Dein Papa ist jetzt übrigens ganz offiziell dein Papa. Das haben wir beurkunden lassen. Das war uns beiden ganz wichtig, weil wir es ja immer noch immer nicht geschafft haben zu heiraten. Auf jeden Fall bist du nun vor jedem Gericht UNSER Kind und wirst auch den Nachnamen vom Papa bekommen. Du kannst dir ja denken, dass ich das nur bedingt gut finde, da mit meinem kleinen Cousin und mir unser Name ja ausstirbt, aber so ist das. Ich muss da klein beigeben, denn ich heiße ja schließlich auch so wie mein Papa. Ein bisschen Ordnung muss ja drin sein in der ganzen Sache.
Und ich gebe die Hoffnung ja nicht auf, dass ich auch mal so heiße wie ihr beiden ;)

Stell dir vor kleiner Mann, am Sonntag hat dein Papa Geburtstag. Der hat total Angst, dass du an seinem Geburtstag geboren wirst, aber das wird nicht passieren, das weiß ich ganz genau.
Ich glaube, dass du eher der gemütliche Typ bist und erst im Juni kommen wirst – wie die Mama. Und wenn wir dann schon nicht den gleichen Nachnamen haben, dann wenigstens das gleiche Sternzeichen.
Außerdem darfst du noch ein bisschen bei mir bleiben – glaub mir, so gut wirst du es nie wieder haben. Ich nehme dich überall mit hin, du darfst jede Nacht bei uns schlafen, bekommst immer die leckeren Vitamine von den ganzen Erdbeeren die ich verdrücke und es ist noch schön warm im Bauch – glaub mir, das Wetter hier draußen ist noch total üsselig.  Also überleg es dir lieber gut…

Am Samstag feiert der Papa in seinen Geburtstag rein und ich habe mir seit Ewigkeiten mal wieder ein Kleid gekauft. Ich freue mich schon so sehr darauf uns beide ein bisschen schick zu machen und auszugehen. Das wird nämlich die letzte Feierlichkeit auf die ich gehen werde, bevor du da bist.

Jeden Abend im Bett merke ich, dass der Tag, an dem ich dich kennenlerne, immer näher rückt. Dann bist du hier bei uns und wir so gespannt auf dich – das kannst du dir gar nicht vorstellen. Ich bin so gespannt auf deine kleine Nase, dein Schmatzen, deine klitzekleinen Fingerchen und auf dein ganzes Wesen.
Jeden Abend denke ich darüber nach, dass bald mein ganzes Leben Kopf stehen wird und dass sich alles nur noch um dich, mein liebes Baby, drehen wird.
Ich habe ein bisschen Angst davor, wenn ich ganz ehrlich bin. Aber ich habe heute gelernt, dass alles, was du wirklich willst, schmusen ist. Und das, lieber J., bekommen wir schon hin.

So kleines Baby. Die Mama muss nun aufhören zu schreiben. Die Hormone machen heute nicht so richtig mit. Die Tränchen fließen heute wie wild.

Ich denke an dich. Jede Sekunde, an jedem einzelnen Tag.

Ein Küsschen von deiner Mama.

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