Liebes Baby,

wir haben schon wieder eine Woche geschafft und ich könnte nicht glücklicher mit deinen vielen Bewegungen sein.
Heute Nacht hattest du einen ganz schlimmen Schluckauf und du warst wohl richtig sauer, so wie du mich getreten hast. Ich verstehe das. Ich kann Schluckauf auch nicht leiden.

Gleich sehe ich das letzte mal vor der Geburt auf dem Ultraschall und ich hoffe ganz arg, dass du groß, stark und ganz gesund bist.
Danach schauen sich Papa und Mama noch eine Wohnung an. Auch wenn wir anfänglich gar nicht aus Köln wegziehen wollten, ist diese Wohnung nun außerhalb, dafür aber direkt am Rhein. Naja, lassen wir uns mal überraschen.

Ich weiß gar nicht, was ich mir für dich so vorstelle: ich habe kein Problem damit, in der Stadt wohnen zu bleiben, fände es aber auch toll, etwas näher an Oma und Opa zu sein. Und ich glaube, du fändest das sicher auch schön.

Für den Papa ist das glaube ich nicht so einfach. Aber das muss man alles nochmal in Ruhe durchsprechen, wenn die Zeit gekommen ist.

Ich bin ja eigentlich auch gegen einen Umzug vor der Geburt – du machst mir ja jetzt manchmal das einkaufen oder spazieren gehen ganz schön schwer. Wie soll man denn dann noch umziehen?

Egal wie wir uns entscheiden, es wird die richtige Entscheidung sein. Denn ich glaube das einzige, was du brauchst sind glückliche Eltern, die dich dann glücklich machen können.

Apropos glücklich: Deine Mama ist ganz glücklich mit dem langsam ankommenden Frühling. Es ist so schön draußen und ich freue mich schon darauf, wenn es wärmer wird und wir ganz viel Eis essen gehen können.

Morgen kommt uns deine Tante Judith aus Münster besuchen und bringt deine kleine Freundin Leni mit. Ich freue mich schon so sehr. Und danach sind wir noch auf einer Party eingeladen. Ich weiß, wir waren letzte Woche schon aus und das hat dir ja so gar nicht gefallen, weil ich neben der lauten Box gestanden habe – aber kleiner Mann, da musst du jetzt durch. Vielleicht ist das ja das letzte mal, dass du mit deiner Mama tanzt, denn wenn du auf der Welt bist und alt genug bist, dann ist dir das sicher ganz peinlich.

Nun muss deine Mama nur noch 2 Wochen arbeiten und weiß gar nicht, was sie danach machen soll. Wir haben schon ganz viel erledigt und alle deine Einträge ausgefüllt. Das war vielleicht komisch, deinen vollen Namen auszuschreiben. Schade eigentlich, dass du nicht so heißt wie ich – aber das können wir ja ändern, wenn dein Papa mich heiratet (Was denkst du, kleiner J., hat der Papa den Wink verstanden? ;))
Aber dafür müssen wir natürlich erstmal warten, bis ich wieder einigermaßen ansehnlich aussehe und nicht mehr watschel wie eine Ente!

So mein Kleiner, ich muss nun was essen sonst fall ich noch vom Fleisch. Haha.
Du scheinst auch gerade eingeschlafen zu sein, was super ist, denn der Ultraschall macht dich ja eh wieder wach. Den scheinst du ja überhaupt nicht leiden zu können.

Du weißt ja: Ich denke an dich. An jedem Tag in jeder Sekunde.

Deine Mama.

 

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