Schwanger sein. Ein Résumé des ersten Trimesters.

Jawohl. Ich erzähle mal wieder ein wenig über mein „schwanger sein“.

Nun, in der 13. Woche geht es mir endlich wieder besser. Natürlich denke ich die ganze Zeit darüber nach ob es meinem Zwerg gut geht, was er wohl macht und ob er noch fleißig wächst. Mir als Kontrollfreak fällt die Zeit des Nichtssehenkönnens besonders schwer.

Dass die körperlichen Beschwerden nun auf einmal aufgehört haben irritiert mich, aber ich genieße es sehr.
Am Anfang meiner Schwangerschaft war ich ständig müde. Die Wochenenden habe ich nur geschlafen und habe niemanden mehr getroffen. Als die Müdigkeit einigermaßen händelbar wurde, begann das Übelsein. Ich weiß ja, wie es ist, eine Magen-Darm-Grippe zu haben. Ich kenne Übelkeit. Aber das, was meine Hormone da mit mir veranstaltet haben, war echt eklig.

Man könnte schon sagen, dass ich die ersten 6 Wochen erstmal mit mir selber wieder klar kommen musste. Alles war wir mir zu viel, ich war superschnell gereizt und antriebslos. Aber das schlimmste war, sich auf NICHTS konzentrieren zu können.
Arbeiten war immer die größte Hürde des Tages. Ich bin jemand, der bis dato gerne arbeiten ging, aber 8 Stunden auf einem Bürostuhl zu sitzen war auf einmal die absolute Herausforderung für mich.
An vielen Tagen habe ich überlegt, im Bett zu bleiben. Ich habe es an keinem getan.

 

Ich dachte immer schwanger sein ist bestimmt supereasy – aber nicht für mich.

Ich höre immer von allen Seiten „Mensch Nora. Ich versteh das gar nicht, ich hatte GAR nichts.“ oder „Also ich war in der Schwangerschaft TOTAL gut drauf.“ oder sowas wie „Du bist schwanger, nicht krank.“
Ich freue mich ehrlich für diese Menschen mit all ihren tollen Erfahrungen und ihren glücklichen Schwangerschaften ohne Sorgen um das Kind, ohne Schwangerschaftsanzeichen und mit einer totalen Endorphinausschüttung.
Wirklich. Toll, ganz toll.

Aber BITTE sagt mir nicht, dass ich mich, wenn ich mein Abendessen mir zum dritten mal durch den Kopf gehen lasse, anstelle.
Oder dass ich nicht hundemüde bin, wenn ich auf dem Weg nach Hause in der Bahn fast einschlafe.

Es mag sein, dass ich empfindlich und sensibel bin. Ist das schlimm? Ich finde das nicht.
Jemand wie Felix, der mich in den Arm nimmt wenn er merkt, dass es mir zu viel wird war mir die ganze Zeit lieber als mich noch dafür rechtfertigen zu müssen, dass anscheinend schwanger zu sein für mich nicht das einfachste der Welt ist.

 

Aber wie die meisten Frauen geht es mir Anfang des zweiten Trimesters sehr viel besser. Ich kann abends länger als acht Uhr wachbleiben und meine Heißhungerattacken haben sich von Schokolade auf Mandarinen verschoben – nicht nur besser für meinen (ständig) wachsenden Bauches, sondern auch für meinen Vitaminhaushalt.

Ich bin entspannter geworden und die fiesen Spitzen einiger Menschen (jaaahaaa, es gibt anscheinend sowas wie „Schwangerschaftsmobbing“) überhöre ich nun immer besser.

Ich möchte die kommende Zeit nur genießen und mir keine Sorgen und Gedanken darüber machen, was andere Menschen von meine Plänen während und nach der Schwangerschaft halten. Denn wieso – wenn mich sowas eigentlich nie interessiert – sollte es mich jetzt jucken was andere Menschen über mich denken?
Ich glaube solche Menschen sind auch der Grund, warum man erst gar nicht Geschlecht und Namen vor der Geburt sagt. Man kann verhindern, dass schon vor Ankunft schlecht über das Baby geredet wird.

Schwanger sein verändert einen anscheinend. Die Stelle, an der man immer selber stand, ist auf einmal freigeworden und sitzt nun ein kleines Menschlein dem man nur das Beste will.

Und daran muss ich jeden Tag denken: Solange mein Baby so nah bei mir ist muss ich ihm das Beste geben was ich habe. Und das kann ich nur wenn ich gesund bin. Und glücklich.

xoxo, Nora.

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