Der “beste Mama der Welt”-Award

Guten Morgen und einen schönen Sonntag, ihr alle da draußen.

Während hier alles noch ganz friedlich schlummert (um 6.52h sollte das auch so sein), habe ich endlich ein bisschen Luft und Zeit, etwas zu schreiben.

Dieser Artikel schwirrt schon ganz lange in meinem Kopf und heute wird er mal niedergeschrieben.

In der letzten Woche habe ich mir meinen eigenen Blog noch mal so durchgeblättert und habe mir ein paar alte Beiträge durchgelesen. Dabei ist mir aufgefallen, dass diese komplett anders sind als meine heutigen. Viel detailreicher, viel persönlicher und viel viel länger. Ich finde es schade, nicht mehr so viel Zeit zu haben, mich um meinen Blog zu kümmern und viele persönliche Dinge nicht schreibe aus einem Grund: Ich traue mich nicht mehr.

Warum? Fragt ihr euch vielleicht und ich habe mir die Frage auch immer und immer wieder gestellt und ich habe eine Antwort: Weil ich keine Lust habe, mich mit bösen Kommentaren, Shitstorms oder sonstigen “wiemandasauchimmeriminternetnennt”-Dingen auseinanderzusetzen.

Schade eigentlich, dass man immer nur die negativen Dinge im Kopf hat und ich nie an meine ganzen lieben Leser denke, für die ich eigentlich meinen Blog schreibe. Für euch und für mich und eines Tages kann natürlich auch Johann davon profitieren, dass er einen Teil seiner Kindheit nachlesen kann.

Das ist nun auch der springende Punkt, an dem die Meinungen auseinander gehen. Ich für meinen Teil habe mich dazu entschlossen, mich verwundbar zu machen. Ich zeige Johann, den besten Teil meiner selbst, hier im bösen weiten Internet. Ich möchte weder mit meinem Kind angeben, noch möchte ich es bloßstellen – ich bin nur so stolz auf ihn, dass ich das niemals für mich behalten kann. Auf die Etikette hier zu achten, ist für mich selbstverständlich. Ich zeige Johann nicht nackt, halbnackt, leichtbekleidet oder in unangebrachten Szenen wie beim Töpfchentraining (und bevor Fragen aufkommen: Nein, wir haben noch nicht angefangen. Johann ist 17 Monate alt. Das ist kein Wettkampf hier).

Für mich hat das nichts damit zu tun, mich an “Regeln” zu halten. Für mich ist das selbstverständlich. Das ist meine Grenze. Was aber nicht bedeutet, dass ich andere Grenzen verurteile. Mir ist es egal, wie andere Mütter ihre Kinder zeigen. Das wird schon jede für sich wissen.

Und aus einem anderen Punkt: Ich habe dazu keine Zeit. Wenn ich abends mal durch Instagram scrolle (mein Name ist nora_aredapple, falls jemand folgen mag) und mir mal schnell ein paar Bilder anschaue, ein paar like, dann habe ich für mich meine sozialen Internetkontakte genug gepflegt. Neulich, als ich etwas mehr Zeit hatte, habe in einem Kommentar gelesen “Ich habe dich geblockt, (nicht mich im Übrigen) weil du nur meine Bilder geliked, aber niemals kommentiert hast.” Da fasse ich mir aber echt mal an den Kopf und da komme ich auch echt an den Punkt, wo bei mir das Unverständnis anfängt. Denn es gibt anscheinend Mütter, die ganz exakt das wollen, was die meisten anderen Mamas im Internet zwar nicht vermeiden, aber auf einem Minimum halten wollen: 100% Aufmerksamkeit für das eigene Kind. (An dieser Stelle, liebe Leser, ihr dürft weiterlesen, auch wenn nicht kommentiert oder auf Facebook geliked wird ;)).

Wenn ich mal ein Resumé der letzten Monate ziehe, wird mir immer mehr klar, dass ich etwas mache, was mir früher schnuppe war: Mich um die Meinung anderer scheren. Ich überlege drei mal, einen Artikel zu schreiben, ein Bild zu posten oder einen Kommentar zu schreiben. Weil ich anscheinend zu feige bin, mir anzuhören, was ich alles falsch mache. Wer neulich den Artikel über den Troll gelesen hat, der hat noch nie Erstlingsmamas erlebt. Man muss nur einen Gehfrei, einen laufenden Fernseher oder – Gott bewahre! – ein Babybjörn auf einem Bild haben und man kann sich sicher sein, die Hater auf seiner Seite zu haben. Ich meine, man kann ja eigentlich froh sein, dass sich die Welt und das Internet über die Erziehung deiner Kinder Gedanken macht und wenn es gut läuft mal nicht das Maul zerreißt – aber jetzt mal ehrlich: Muss das wirklich sein?

Sollten nicht alle Mamas dieser Welt zusammenhalten und sich Tipps geben bei der tollsten Sache der Welt, die man machen kann? Einem starken Charakter in einem kleinen Körper zu helfen, ein wundervoller Mensch zu werden.

Das alles ist kein Wettkampf und keiner wird eine Auszeichnung als “beste Mama” erhalten und wenn doch, dann nur vom eigenen Kind. Dem ist das übrigens total egal, welch anderen Mutter im Internet man gute Ratschläge gibt. Das will nur eins: Aufmerksamkeit.

Darum lass ich das Internet nun Internet sein und fahre mit meiner verschlafenen Familie in den Wald, spazieren.

xoxo, nora.

Dieser Eintrag wurde in Allgemein, Baby J., Everyday life, Johann gepostet. Bookmark des permalinks.

7 Responses to "Der “beste Mama der Welt”-Award"

Kommentar hinterlassen