Lieber Johann,

bald schon wirst du neun Jahre alt. NEUN JAHRE. Wenn ich darüber nachdenke, dass ich schon neun Jahre Mama bin, dann kommt mir das bei Weitem nicht so lange vor. Noch weitere neun Jahre und du bist offiziell erwachsen.

Aber darüber mache ich mir wenig Sorge, ich glaube, du wirst ein ganz toller Mann, bei den lieben Eigenschaften, die nun schon an den Tag legst.

Gestern Abend hast du mich damit überraschst, dass du eine Gabe hast, die deine Mama nie hatte. Du hörst Dinge und behältst sie. Da deine neue Leidenschaft Podcasts sind, hast du mir auf einmal erklärt, wie Vulkane funktionieren, dass Raumfahrer aus Amerika Astronaut und die aus Russland Kosmonaut genannt werden und wie lange männliche Bienen leben und was ihre Aufgabe ist (hier gehen Grüße raus aus den „Was-ist-was-Podcast“).

Du lernst selten für die Schule, aber scheinbar musst du das auch nicht, du hörst zu und verstehst. Ich verrate dir ein Geheimnis: Wenn deine Mama diese Gabe hätte, hätte sie sich nicht so durch die Schule quälen müssen.

Du freust dich grade so sehr über den Frühling, nach der Schule geht’s sofort raus mit dem Fußball unter dem Arm und stiefelst zum Spielplatz.

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Zwei Jahre und ein paar Tage

Am ersten März hatte ich ein Jubiläum, nicht das Schönste, allerdings lebe ich zwei Jahre nun ganz alleine.

Na gut, wie man es sieht, ich habe einen kleinen Mitbewohner und vier Fellfreunde.

In diesen zwei Jahren ist gar nicht so viel passiert, es war schließlich Corona, allerdings habe ich ein paar Sachen herausgefunden.

  1. Ich muss streichen und das ist für mich eine unlösbare Aufgabe, weil ich keine Lust habe, alles von den Wänden zu nehmen
  2. Die besten Parties finden immer in meiner Küche statt
  3. Ich liebe die Freiheit, meine Wohnung so einzurichten, wie ich es mag und wenn mich jemand fragt, ob man wirklich eine Popcornmaschine braucht, wird meine Antwort immer „JA!“ sein
  4. Immer zu kochen, was man will, ist ziemlich großartig
  5. Ins Bett gehen zu können ohne schlechtes Gewissen, macht mich sehr glücklich
  6. Pizza im Bett ist mein Lieblings-Szenario
  7. Ich hasse mein neues Sofa (deshalb gibts wahrscheinlich Punkt 6)
  8. Home-Office war schön, allerdings finde ich die Tatsache, dass mein Arbeitsplatz zu Hause was mit meiner tatsächlichen Arbeit zu tun hat, ziemlich bescheiden
  9. Ich müsste ein paar Dinge dringend reparieren, aber ich bewundere die Tatsache, dass ich mich jeden Tag über was ärgern kann ohne es zu ändern, schon auf eine sehr eigenartige Art und Weise
  10. Ich bewundere ebenfalls die Tatsache, dass ein Kind, ein Hund und drei Katzen deine komplette Wohnung in ein Haar- und Schmutzparadies verwandeln können in weniger als zehn Minuten
  11. Ich bin allgemeiner entspannter geworden beim Thema Unordnung, da ich sie selber verursache
  12. Und das ist der komischste Punkt: Ich kann jetzt alleine sein
  13.  

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Vorstellungsrunde: Ich bin Kathi

Und ich kann Vorstellungsrunden nicht leiden. Weil mich alle erwartungsvoll anstarren. Im schlimmsten Fall ist noch ein Wollknäuel im Spiel. Außer dem denke ich, das mein Leben nicht so richtig interessant ist.

Und deshalb schreibe ich nun mit in diesem Blog.

Also ich heiße Kathi. Oder Kate. Richtig Katharina.

Im wurde im Juli 1983 geboren. Ich wohne in einem beschaulichen Vorort von Köln, glücklicherweise demselben, wie Nora.

Ich bin verheiratet (zumindest noch) und habe drei Kinder. Zu denen später mehr.

Ich arbeite in der Ambulanz eines Krankenhauses, allerdings nicht als Krankenschwester sondern ich kümmere mich um den Verwaltungskram.

Mein Sternzeichen ist Krebs – und so bin ich auch. Ich habe eine ziemlich harte Schale. So hart, dass kaum jemand an den Kern kommt. Diesen Panzer habe ich mir hart erarbeitet, ihn mühsam aus Verletzungen, Enttäuschungen und Zurückweisungen zusammengebaut.

Als meine älteste Tochter knapp zehn Monate alt war, habe ich mit ihr an dem Angebot einer Krabbelgruppe in unserem Dorf teilgenommen und traf dort auf Nora und Johann.

Nora sagt immer, dass ich sie zu dieser Freundschaft gezwungen habe. Damit hat sie wahrscheinlich auch nicht ganz unrecht. Denn wenn ich etwas oder jemanden will, dann beiße ich mich fest und lasse solange nicht locker, bis ich habe, was ich will.

Eine meiner längsten Freundinnen hat vor Kurzem zu mir gesagt, dass wir vermutlich nicht mehr befreundet wären, wenn ich nicht so hartnäckig wäre. Sie ist nach der Schule zum Studieren in eine andere Stadt gezogen und wollte sich eigentlich von ihrem alten Leben abkapseln. Aber ich habe mich immer wieder gemeldet.

Und auch so bin ich.

Wenn ich jemanden als wertvoll befinde, will ich denjenigen meist in meinem Leben behalten. Am Liebsten für immer.

Das hat bisher auch meistens gut funktioniert und so bin ich größtenteils umgeben von Menschen, die mir am Herzen liegen und denen ich auch am Herzen liege.

Wenn ich meinen Charakter beschreiben müsste, würde ich mich selbst als organisiert, loyal und äußerst aufbrausend beschreiben. Das sind zumindest die Eigenschaften, die mir jetzt als Erstes in den Sinn kommen.

Ach so, sarkastisch bin ich auch noch. Und grundsätzlich eher negativ – beziehungsweise würde ich es eher als vorsichtig bezeichnen.

Ihr seht also, ich bin etwas anders als die Besitzerin dieses Blogs, aber das kann ja manchmal ganz bereichernd sein.

Das soll für heute auch erstmal genug von mir sein, demnächst erzähle ich dann mehr über meine aktuelle Lebenssituation, das Leben mit drei, mehr oder minder kleinen, Kindern und was mich sonst noch so umtreibt.

Für immer, in guten Gedanken, Kate.

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